Betrieb vorerst nur bis 2022 gesichert
Der Senat bremst bei der Seilbahn

Eine Einzelfahrt mit der Seilbahn kostet vier Euro. Sie ist vor allem eine Touristenattraktion.
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In nur fünf Minuten Fahrtzeit von den Gärten der Welt über den Kienberg bis zum gleichnamigen U-Bahnhof mit tollem Panorama-Blick über den Bezirk. Diesen Luxus bietet die Seilbahn seit der Internationalen Gartenausstellung 2017. Sie ist mittlerweile ein Wahrzeichen Berlins geworden, ihre Zukunft ist aber gefährdet.

Noch immer ist ungewiss, wie lange Berliner und Touristen das in der Hauptstadt einmalige Verkehrsmittel nutzen können. Wie kürzlich bekannt wurde, hat die landeseigene Grün Berlin GmbH mit der „Leitner Seilbahn Berlin GmbH“ eine Vereinbarung über einen Weiterbetrieb erzielen können. Diese gilt aber vorerst lediglich bis 2022. Wie es danach weitergeht, darauf gibt es bisher keine Antwort. Das liegt vor allem daran, dass vom Senat eine Eingliederung der Seilbahn in den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg abgelehnt wurde. Eine langfristige Finanzierung der Seilbahn in der Bewirtschaftung der Grün Berlin GmbH gibt es nicht. Die Finanzierungszusage in zweistelliger Millionenhöhe hält die Finanzverwaltung für nicht vertretbar.

Der Bezirk bangt um sein Wahrzeichen, weshalb der Abgeordnete Kristian Ronneburg und Bürgermeisterin Dagmar Pohle (beide Die Linke) in den vergangenen Wochen die Werbetrommel für den Erhalt rührten. „Die derzeitige Unsicherheit über die Zukunft unserer Seilbahn ist für den Bezirk sehr bedrückend. Viele Menschen in Marzahn-Hellersdorf sehen in diesem für Berlin einzigartigen Verkehrsmittel inzwischen ein Symbol und verbinden damit ein selbstbewusstes Bild unseres Stadtbezirks“, äußerten sie sich in einer Presseerklärung.

Sie wüssten um die schwierige finanzielle Situation und dass die Senatsfinanzverwaltung in diesen Zeiten eher zurückhaltend mit langfristigen Finanzierungszusagen umgehe. Dennoch sei gerade jetzt eine mehrjährige Sicherung der Seilbahn ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung am östlichen Berliner Stadtrand. Die Seilbahn trage zur touristischen Stärkung der Außenbezirke bei, was der Senat als politisches Ziel ausgegeben habe. Pohle und Ronneburg fordern daher „endlich ein klares Bekenntnis des Senats zum langfristigen Erhalt“. Der Wegfall eines solchen „ökologischen Verkehrsmittels“ werde, so die Befürchtung, zu einer deutlichen Zunahme des Autoverkehrs sowie Problemen bei der Parkplatzsuche führen.

Eine Einzelfahrt mit der Seilbahn kostet vier Euro. Sie ist vor allem eine Touristenattraktion.
Die Seilbahn durchquert das Wuhletal auf einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern. Die Fahrt ist bei Berlinern wie Touristen beliebt. Doch ohne die jährliche Finanzspritze des Senats könnte der Betrieb nicht aufrechterhalten werden.
Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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