Kein Geld für Blumen: Schmuckbeete werden immer weniger

Zwei Schmuckbeete sind schon geräumt. Landschaftsgärtner Moritz Roche wird sie mit Gärtner-Azubis neu bepflanzen.
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Mitte. Die Hochbeete im Monbijoupark am Brunnen in der Oranienburger Straße werden derzeit umgestaltet. Sie bekommen robustere Stauden, die die Bezirksgärtner weniger intensiv pflegen müssen.

Von zwei Beeten haben die Gärtner des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA) die Pflanzen schon entfernt. Mit der Kieselsteinfüllung sehen die Beete jetzt aus wie große Hundeklos. Anwohner wie Jörn Jaath ärgern sich über den trostlosen Anblick im Monbijoupark. Doch Jürgen Götte vom Grünflächenamt gibt Entwarnung: Die Beete werden demnächst mit neuen Stauden bepflanzt.

SGA-Azubis werden die Hochbeete an der Monbijoustraße gestalten und zukünftig pflegen. Grund für die Umbauaktion sind die klammen Kassen im Bezirksamt. Die neuen Pflanzen seien robuster und hitzebeständiger, brauchen weniger Wasser und Pflege, erklärt Jürgen Götte.

Ohne Sponsoren geht nichts

Die Hochbeete im Monbijoupark sind fast die letzten im Bezirk. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Schmuckbeete abgebaut, weil der Bezirk kein Geld für Blumen hat. „Allein in diesem Jahr haben wir mit 1,1 Millionen Euro für alle Grünanlagen 100.000 Euro weniger als im Vorjahr“, so Götte. Bepflanzte Mittelstreifen auf großen Straßen sind längst Geschichte. Es fehlt Personal, um die Pflanzflächen und Blumenbeete zu pflegen. Der Bezirk macht nur noch den Rosengarten im Humboldthain, den Englischen Garten und die Luiseninsel schick. Dafür wurden zuletzt 15.000 Pflanzen gekauft. Die Tulpenpracht auf dem Pariser Platz finanzieren seit Jahren Sponsoren wie der holländische Blumenpark Keukenhof oder der Stromkonzern Vattenfall. Für den Rosengarten im Humboldthain gibt der Verein Berliner Unterwelten seit Jahren Geld.

Götte nutzt die Gelegenheit und ruft zu weiteren Blumenspenden auf. Bei der finanziellen Lage ist er sicher, „dass das Zentrum der Hauptstadt ansonsten bald keine Schmuckbeete mehr hat“. Die Zeiten, in denen an vielen Orten im Bezirk Tausendschönchen, Tulpen, Osterglocken oder Hyazinthen blühten, sind vorbei. Anfang der 90er-Jahre hatte das Grünflächenamt laut Götte allein für die Anlagen im Altbezirk Mitte etwa drei Millionen Euro zur Verfügung. Heute muss das SGA mit einem Drittel für die Pflege aller Grünanlagen in Mitte, Wedding und Tiergarten zurechtkommen. DJ

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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