Recruiting - Teil 2
Zu wenig Kraftfahrer in Deutschland: Wie Logistikunternehmen endlich Bewerber erhalten

Dustin Müller ist der Gründer und Geschäftsführer der JobAdvertiser PMR GmbH, einer auf die Personalgewinnung in der Pflege- und Logistikbranche spezialisierten Recruiting-Agentur. | Foto:  Dustin Müller
  • Dustin Müller ist der Gründer und Geschäftsführer der JobAdvertiser PMR GmbH, einer auf die Personalgewinnung in der Pflege- und Logistikbranche spezialisierten Recruiting-Agentur.
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Der allgemeine Fachkräftemangel transformiert den Arbeitsmarkt immer weiter in Richtung eines Bewerbermarktes – die begehrten Arbeitnehmer können sich also zunehmend aussuchen, bei welchem Arbeitgeber sie eine neue Stelle antreten möchten. Gerade die Unternehmen in der Logistikbranche sind von dieser Entwicklung betroffen und sind oft händeringend auf der Suche nach geeigneten Berufskraftfahrern.

"Logistikunternehmen können sich aus dieser prekären Lage nur selbst befreien - hierfür müssen sie jedoch ihre Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung überdenken", sagt Dustin Müller. Der Recruiting-Profi konnte bereits hunderten Betrieben aus der Logistikbranche zu mehr Bewerbungen verhelfen und weiß, wie sie die gesuchten Fahrer auf sich aufmerksam machen. Im folgenden Artikel stellt er die fünf wichtigsten Tipps vor, mit denen Transportunternehmen mögliche Bewerber erreichen und sie von sich überzeugen.

1. Nicht zu viel Vertrauen in Jobportale setzen

Für viele Arbeitgeber sind Stellenportale und Zeitungsannoncen nach wie vor die ersten Anlaufpunkte, um Bewerber abzuholen. Dabei übergehen sie jedoch eine stille Mehrheit, die mit ihrem aktuellen Job nicht zufrieden ist, aber umgekehrt auch nicht aktiv sucht. Diese passive Mehrheit lässt sich entsprechend auch nicht auf konventionellen Wegen erreichen. Wer sich nur auf diese etablierten Wege verlässt, erreicht daher einen großen Teil der wechselwilligen Kraftfahrer nicht.

2. Bewerberakquise mit bezahlten Anzeigen

Ob in Pausen, während der Be- und Entladung am Depot oder nachts auf dem Rastplatz – unterwegs stellen Smartphones und Tablets für viele Fahrer einen beliebten Zeitvertreib und oft das einzige Unterhaltungsgerät dar. Diese Leerlauf- und Entspannungszeit verbringen sie unter anderem in den sozialen Medien.

Das ermöglicht die gezielte Abholung von Lkw-Fahrern durch bezahlte Werbeanzeigen auf Facebook oder Instagram. Da die Fahrer bei der Nutzung sozialer Netzwerke ohnehin auf der Suche nach etwas sind, das ihr Interesse weckt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich von entsprechenden Anzeigen angesprochen fühlen.

3. Auf unnötige Formalien verzichten

Fordert die Personalabteilung Bewerbungsunterlagen, stellt das für viele Fahrer ein Ausschlusskriterium dar. Da sie die Arbeit mit Bürosoftware nicht gewohnt sind, ist es ihnen unangenehm, plötzlich formgerechte Lebensläufe oder Motivationsschreiben erstellen zu müssen.

Stattdessen bietet es sich an, den Bewerbungsprozess auf elektronischem Wege zu realisieren. In einem kurzen Fragebogen können die relevanten Daten abgefragt werden, ohne EDV-Kenntnisse vorauszusetzen. Ein solcher Fragebogen sollte idealerweise auf dem Smartphone ausfüllbar sein, sodass dies bequem von überall erledigt werden kann.

4. Schnelle Kommunikation vermeidet Missverständnisse

In einer Branche, in der Zeit oft im wahrsten Sinne des Wortes Geld ist, entwickelt sich auch eine entsprechende Kommunikationskultur. Trödeln Personalverantwortliche in der Logistikbranche mit der Bearbeitung von Anfragen, steigt somit die Chance, dass die Absender die Verzögerung als stille Absage missverstehen. Bewerbungen und andere Anfragen interessierter Kraftfahrer sollten daher im Idealfall noch am selben Tag bearbeitet werden. Ist das nicht möglich, sollte stattdessen zumindest mitgeteilt werden, wie lange die Bearbeitung voraussichtlich dauern wird.

5. Telefonzentrale im Umgang mit Bewerberfragen einweisen

Eine weitere Folge dieser Kommunikationskultur besteht darin, dass einige Fahrer bereits im Vorfeld ihrer Bewerbung telefonisch Kontakt aufnehmen. Dabei erreichen sie oft zuerst die Telefonzentrale des potenziellen Arbeitgebers, die mit dieser Situation nicht selten überfordert ist.

Das Personal in der Zentrale sollte daher zumindest grundlegend auf solche Situationen vorbereitet werden. Insbesondere gehört dazu, wie mit einem potenziellen Bewerber umzugehen ist und welche Informationen preisgegeben werden dürfen. Zudem sollten stets Name und Kontaktdaten des Anrufers nachgefragt werden, sodass ein Rückruf durch Personalverantwortliche möglich ist. RR

Autor:

Ratgeber-Redaktion aus Mitte

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