Dom braucht Spenden
Wegen Corona bleiben zahlende Berlin-Touristen aus

An 500 Orten wirbt der Dom mit Plakaten um Spenden.
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Deutschlands größter evangelischer Kirchenbau, der imposante Berliner Dom am Lustgarten, kämpft ums Überleben. Auf über 500 Plakatwänden bittet die Oberpfarr- und Domkirchengemeinde um finanzielle Hilfen.

Hunderttausende Touristen besuchen jährlich den 1905 von Kaiser Friedrich Wilhelm II. eröffneten Dom. Im farbenprächtigen Kirchenraum finden häufig bundesweite Gottesdienste und Gedenkfeiern statt – etwa für Opfer von Anschlägen oder wie kürzlich zum Gedenken an die Opfer der Pandemie. Das und die vielen Kulturveranstaltungen wird es nicht mehr geben, wenn der Gemeinde das Geld ausgeht. „Es sieht schlimm aus“, sagt Dompredigerin Petra Zimmermann. Wegen Corona und der Schließungen habe der Dom 75 Prozent seiner Einnahmen verloren. Ohne die Eintrittsgelder kann der Dom seine Kosten nicht stemmen, denn das meiste Geld –zum Beispiel für die Bauunterhaltung in Höhe von einer Million Euro – muss der Dom allein erwirtschaften.

Dem Berliner Dom fehlen Touristen und Einnahmen.
  • Dem Berliner Dom fehlen Touristen und Einnahmen.
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„Der Dom könnte uns verlorengehen als Ort bewegender Gottesdienste“, heißt es auf der Internetseite. Auf Festgottesdienste in der Weihnachtszeit oder Höhepunkte wie Konzerte mit den Wiener Philharmonikern oder den Internationalen Orgelsommer müsste man verzichten. „Retten Sie ein spirituelles und kulturelles Wahrzeichen unserer Stadt“, steht auf großen Plakaten an 500 Orten in ganz Berlin. Die Spendenkampagne für den Erhalt des Doms ist wichtig, „weil das Geschäftsmodell der Finanzierung durch Touristen in der aktuellen Krise nicht funktioniert“, sagt Dom-Geschäftsführer Jan Kingreen.

Für große Vorhaben wie die Sanierung der Sandsteinfassaden und Schmuckelemente sammelt der Dom regelmäßig Geld bei bundesweiten Spendenkampagnen. Dazu kommen Fördergelder von Stiftungen wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Derzeit wird die Hohenzollerngruft nach jahrelangen Planungen komplett saniert. 18,6 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Der Dom bekommt dafür Fördermittel der Cornelsen Kulturstiftung, vom Senat und vom Bund. Zehn Prozent der Kosten trägt die Berliner Domgemeinde. Die weltbekannte dynastische Grablege wurde wegen der Sanierung kurz vor der Corona-Pandemie im März 2020 geschlossen.

Alle Informationen zur Spendenkampagne unter www.berlinerdom.de/spende.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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