Hängematten und Tablets
Vierter Schülerhaushalt in Mitte gestartet

In Mitte können Schüler zum vierten Mal über die Verwendung eines Budgets von 4000 Euro pro Schule entscheiden. Der Bezirk ist Vorreiter für den sogenannten „Schüler*innen-Haushalt“.

Eine Hängematte zwischen den Bäumen, ein Boxsack, neue Bänke für den Schulhof und ein paar Tablets – das konnte sich die Hemingway-Schule an der Gartenstraße im vergangenen Jahr anschaffen. Die 4000 Euro dafür hat das Schulamt zur Verfügung gestellt. Die Integrierte Sekundarschule ist seit 2016 dabei, als im Bezirk zum ersten Mal Gelder für Schulen zur Verfügung gestellt wurden, über deren Verwendung die Schüler abstimmen sollten. Mit einer Auftaktveranstaltung am 18. Februar wurde jetzt der vierte Schülerhaushalt im Bezirk gestartet. 17 Schulen haben sich beworben, eine mehr als im vergangenen Jahr.

In den kommenden Wochen organisieren die beteiligten Schulen Wahlverfahren. Die Kids sollen direkte Mitbestimmungsmöglichkeiten kennenlernen und erleben, wie Demokratie funktioniert. Für Lutz Fournell, Schulleiter der Hemingway-Schule, ist der Schülerhaushalt „eine tolle Sache“. Die komplexe Organisation würden vor allem die Sozialarbeiter übernehmen. Jeder Schüler kann Vorschläge machen, was mit dem Geld angeschafft werden soll. Bekommt ein Vorschlag eine bestimmte Zahl von Unterstützerunterschriften, kommt er auf die Abstimmungsliste. „Natürlich nur, wenn er auch realisierbar ist im Rahmen des Budgets“, so Fournell. Die Schüler suchen Unterstützung für ihre Ideen und werben im Wahlkampf für die Projekte. In einem Wahlverfahren können dann alle 420 Schüler der Hemingway-Schule abstimmen. Bei den Wahlen werden dazu Wahlurnen aufgestellt.

Der Schülerhaushalt wurde 2014 von der Bertelsmann Stiftung gestartet. 2015 hat die Servicestelle Jugendbeteiligung (SJB) das Projekt übernommen. Die SJB koordiniert das Verfahren, macht Workshops und unterstützt die Schulen bei der Umsetzung. Mitte ist der erste Bezirk, der Geld für den Schülerhaushalt bereitstellt. Das hatte die BVV bereits 2015 beschlossen. Andere Bezirke sind nicht so spendabel. Bis 1. März können sich noch Schulen aus Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Neukölln bewerben. Die Servicestelle finanziert für Schulen in diesen Bezirken 2019 im Rahmen der pädagogischen Begleitung einmalig 1500 Euro pro Schule, so Tammo Kratzin von der SJB. Danach müssen die Bezirke das selbst übernehmen, wenn sie wie Mitte einen Schülerhaushalt in den bezirklichen Haushaltsplan integrieren wollen. Alle Infos unter www.schuelerinnenhaushalt.de

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