Mit Kamera und Fernglas
Zwei Stadtnatur-Rangerinnen erforschen Mittes Parks und Brachen

Unterwegs in Mittes Natur: Simone Völker und Laura Damerius.
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  • Unterwegs in Mittes Natur: Simone Völker und Laura Damerius.
  • Foto: Stiftung Naturschutz Berlin
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Die Stiftung Naturschutz Berlin hat gemeinsam mit der Senatsumweltverwaltung das bundesweit einmalige Projekt „Stadtnatur-Ranger“ gestartet. Ausgebildete Naturexperten kümmern sich um den Schutz der Pflanzen und Tiere und sollen die Berliner für ihre Natur begeistern.

Mehr als 20 000 Tier- und Pflanzenarten und rund 13 000 Hektar öffentliche Grünflächen machen Berlin zur Stadtnatur-Metropole. Ranger gibt es weltweit in Nationalparks und Biosphärenreservaten – in der Innenstadt ist das bisher einmalig. Jetzt nehmen Biologen und Naturexperten Schutzgebiete, Parkanlagen, Stadtbrachen, Kleingartenkolonien und Friedhöfe in den Kiezen unter die Lupe. Sie dokumentieren die Artenvielfalt und sollen in Bildungsprojekten die Leute für ihr Stadtnatur begeistern.

Zum Start des Modellprojektes sind zwölf Rangerinnen und Ranger in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf unterwegs. In Zweier-Teams streifen die Ranger durch die grünen Naturgebiete. In der Modellphase wird die Stiftung Naturschutz insgesamt 25 Stadtnatur-Ranger beschäftigen. Nur Pankow verfolgt einen eigenen Ansatz und hat bereits seit einem Jahr drei eigene Ranger im Einsatz.

In Mitte sind Simone Völker und Laura Damerius in den kommenden Monaten zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Parks und Grünanlagen unterwegs. In braunen Outdooranzügen und braunen Armycaps streifen sie mit Kamera und Fernglas bewaffnet durch den Großen Tiergarten und andere Parks oder Stadtbrachen. Sie dokumentieren die zahlreichen Tiere und Pflanzenarten und geben die Daten in ihre Tablet-Computer ein. Im braunen Einsatzrucksack sind auch Messer und Taschenlampe und bei Bedarf auch eine Wildtierkamera oder Fledermausdetektoren. Mit Wärmebildkameras können die Biologen nachts gucken, „was sich im Gebüsch tummelt“, wie Rangerin Laura Damerius in dem Projektvideo auf Youtube erklärt. Die Frauen streifen auch durchs Geäst und suchen Tierspuren. An Bäumen angebrachte Kameras lösen aus, wenn Fuchs oder Wildschwein vorbeilaufen. Auch Portraits von Rehen und Waschbären haben Mittes Naturfrauen schon geschossen.

Eine Hauptaufgabe der Stadtnatur-Ranger ist auch die „Bürgerkommunikation und Förderung des Naturverständnisses“, wie es heißt. Sie sollen die Menschen für die Natur begeistern, damit sie das Grün und die Artenvielfalt schätzen und bewahren, wie Umweltsenatorin Regine Günther sagt. Umweltbildungsprojekte mit Schulen oder geführte Ranger-Touren stehen ebenfalls auf dem Programm. Die Rangerinnen freuen sich auch, wenn sie in den Parks angesprochen werden und beantworten gerne Fragen.

Die Stiftung Naturschutz Berlin koordiniert das Projekt für elf Bezirke in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und den bezirklichen Umwelt- und Naturschutzämtern. Das Geld für das Modellprojekt kommt vom Senat. Bis Ende 2021 fließen jährlich rund zwei Millionen Euro in das Ranger-Projekt. Das Gesamtprojekt wird während der rund zweijährigen Laufzeit wissenschaftlich begleitet. Danach wird entschieden, ob und wie der Einsatz der Ranger nach 2021 weitergeführt wird.

Umfangreiche Informationen zum Projekt gibt es unter www.stadtnaturranger.de. Auf Youtube, https://youtu.be/hfvF4vxfxLI, berichten die Ranger-Teams von Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte bei ihren Touren durch den Volkspark Friedrichshain und Großen Tiergarten über ihre Arbeit.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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