Karl-Marx-Allee wird grün
Mittelstreifen wird Grünfläche und bekommt drei Platzbereiche

So soll die Karl-Marx-Allee im Spätsommer aussehen.
  • So soll die Karl-Marx-Allee im Spätsommer aussehen.
  • Foto: SenUVK
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Im Streit um den Wegfall von 160 Parkplätzen auf dem zehn Meter breiten Mittelstreifen wurde jetzt die neue Gestaltung für die Karl-Marx-Allee beschlossen.

„Wir stimmen nicht ab, letztlich entscheiden wir“, hatte die Grünen-Verkehrssenatorin Regine Günther bereits auf dem „Bürgerdialog“ in Kino International im Februar den Leuten gesagt. Und so wird der Mittelstreifen entgegen der ursprünglichen Planungen begrünt, alle 160 Parkplätze entfallen. Darauf haben sich jetzt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die Senatskulturverwaltung, das Landesdenkmalamt und der Bezirk „unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Bürgerinformationsveranstaltung“ geeinigt, teilt Günthers Behörde mit. Der seit Mitte 2018 laufende Umbau der Karl-Marx-Allee zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz soll im Spätsommer beendet werden.

Wie berichtet, hatte Günthers Planungsänderung beim laufenden Straßenumbau Ende 2019 für Ärger unter den Anwohnern und Zoff unter den Senatoren gesorgt. Die Grünen-Politikerin begründete die Änderungen hin zum Grünstreifen mit dem Mobilitätsgesetz und den Klimaveränderungen. Ziel seien eine bessere Aufenthaltsqualität, mehr Verkehrssicherheit, neue Versickerungsflächen, ein CO₂-Schwamm und besseres Mikroklima.

Günthers Planungsänderung hatte im vergangenen Jahr auch den für das Landesdenkmalamt zuständigen Kultursenator Klaus Lederer vom Koalitionspartner Die Linke auf die Palme gebracht. Denn die Karl-Marx-Allee ist Teil des Denkmalensembles „Karl-Marx-Allee zweiter Bauabschnitt“, für das ein Antrag auf Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste läuft. Ein Grünstreifen verändert das Gesamtbild der Magistrale und könnte aus Denkmalschutzgründen zu Problemen bei der Weltkulturerbe-Bewerbung führen, so die Befürchtung.

„Dem Denkmalschutz wird Rechnung getragen, indem die Ursprungsgestaltung der Karl-Marx-Allee mit den befestigten Flächen ablesbar gehalten wird“, teilt Günter mit. Als Kompromiss werden jetzt drei Bereiche auf dem Mittelstreifen als Platzfläche befestigt. Die insgesamt 200 Meter langen Areale auf der 880 Meter langen Magistrale sind am Alexanderplatz, am Strausberger Platz und direkt vor dem Kino International. Sie werden so gestaltet, dass Regenwasser dennoch versickern kann. Vorschläge, wenigstens auf diesen Flächen Parkplätze zu erhalten, wurden nicht berücksichtigt.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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