Diagnose: Betonkrebs
A 113 noch bis Mitte August beeinträchtigt

Voraussichtlich bis zum 17. August wird auf der A 113 noch gebaut. Was passiert dort eigentlich und worauf müssen sich Neuköllner Autofahrer einstellen?

Seit Anfang Juni ist die A 113 bereits eine Baustelle. Bis Mitte August werden beide Richtungsfahrbahnen zwischen der Johannisthaler Chaussee und der Späthstraße instand gesetzt. Die alte Betondecke ist nachhaltig durch eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion geschädigt.

Als Betonkrebs bekannt, ist dieser chemische Prozess verantwortlich für diverse Großbaustellen, vor allem auf ostdeutschen Autobahnen. Stimmt die Mischung nicht, reagieren Zement und Kieselsäure miteinander und mit eindringender Flüssigkeit. Es bildet sich im Beton eine gelartige Masse, die sich ausdehnt und mit der Zeit zu Beulen und Brüchen an der Oberfläche führt. Diese sind schädlich für Fahrzeuge und gefährlich für Motorradfahrer.

Auf dem betroffenen Abschnitt der A 113 stehen Fahrern über den gesamten Bauzeitraum hinweg zwei Fahrspuren in jede Richtung zur Verfügung. Es dürfen allerdings nur noch 60 km/h gefahren werden. Wenn die Betondecke der Fahrbahn Richtung Süden ausgetauscht ist, wird ab Mitte Juli dieselbe Strecke in nördliche Richtung saniert. Die Zufahrt Johannisthaler Chaussee in Richtung Norden, die Ausfahrt Späthstraße in Richtung Norden und die Anschlussstelle Späthstraße in Richtung Süden bleiben währenddessen gesperrt. Ausweichstraßen für die Zu- und Abfahrten werden über Lichtsignalanlagen bekannt gegeben.

Betonkrebs erst seit 2005 in Regelwerken

Die A 113 verbindet das Autobahndreieck Neukölln mit dem Kreuz Schönefeld. Erst 2004 war der Abschnitt, der auch als Schönefeld-Zubringer bezeichnet wird, eröffnet worden. Mögliche Probleme mit einem Kiesel-Zement-Gemisch bei Fahrbahnen waren damals schon lange bekannt. An vielen DDR-Straßen hatten sie sich gezeigt. Allerdings gibt es erst seit 2005 verbindliche Regelwerke, die die Gefahr Betonkrebs im Straßenbau umfangreich berücksichtigen.

Zu spät für die A 113. Bei seinen Ausschreibungen musste der Senat noch Anbieter einbeziehen, die nicht ausreichend vorgebeugten. Schon 2016 und 2017 mussten so Teile der Strecke saniert werden. Die Kosten trug der Bund.

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