Alt-Pankow wurde zum Raumforschungslabor
Künstler machten auf ihre Ateliernot aufmerksam

Vor dem Rathaus an der Breiten Straße machten Künstler auf die prekäre Ateliersituation im Ortsteil aufmerksam.
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  • Vor dem Rathaus an der Breiten Straße machten Künstler auf die prekäre Ateliersituation im Ortsteil aufmerksam.
  • Foto: Ralph Bergel
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Mit einer ungewöhnlichen Aktion machten Künstler aus dem Atelierhaus KunstEtagenPankow (KEP) kürzlich auf die prekäre Ateliersituation im Bezirk und in ganz Berlin aufmerksam.

Mit der Performance „Raumforschungslabor“ bewegten sie sich von der Pankower Kirche über den Anger, vorbei an den Rathauspassagen, dem Rathaus bis in den Bürgerpark. Als „Kunstnormaden“ forderten sie auf diese Weise den Erhalt bezahlbarer Ateliers. Der Anlass: Die Zukunft von Atelierhäusern im Ortsteil, vor allem der KunstEtagenPankow an der Pestalozzistraße sowie des Atelierhauses Australische Botschaft Ost an der Grabbeallee ist ungewiss.

In einem mobilen „Arbeitsraum“ zwischen Kirche und Bürgerpark wurde das Thema „Raum“ von den teilnehmenden Künstlern auf ganz eigene Weise erforscht. In einer Experimentieranordnung, dem mobilen Raumforschungslabor, zogen sie durch den Ortsteil, waren in weiße Anzüge gekleidet und markierten mit einem System aus Stangen und weißem Stoff temporäre Räume, berichtet der Pankower Grafiker Christian Badel, der an der Aktion teilnahm. „Wir schufen damit auf öffentlichen Plätzen Arbeitsraum, weil es den für Künstler in naher Zukunft wohl kaum noch geben wird.“ Die Installation wurde den unterschiedlichen Orten angepasst. Durch die Anordnung von mobilen Stellwände ergaben sich auch, je nach Erfordernis, geschützte Experimentierorte und dekorative Rückzugsräume für die Künstler.

So wie auf dem Berliner Wohnungsmarkt hat sich auch für Mieter von Gewerberäumen die Lage extrem zugespitzt. Berlin verliert pro Jahr mehr als 350 bisher bezahlbare Ateliers. Das ist existenzbedrohend für viele Kreative und Künstler, berichtet Thomas Weidner, der Vorsitzende des Vereins KunstEtagenPankow. „Anders als die aktuelle Wohnungsnot wird aber das bedrohliche Verschwinden von von Orten der Produktion und Präsentation von Kunst und Kultur von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.“

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