Langfristige Sicherung gefordert: Die noch bestehenden Kleingartenanlagen im Bezirk wecken Begehrlichkeiten

Die Kleingärten sind die grüne Lunge des Bezirks. Tausende gibt es davon noch in Pankow, aber etliche von ihnen sind bedroht.

Viele Kleingartenanlagen befinden sich auf Grundstücken, die privaten Eigentümern gehören. Der Bauboom in der Stadt führt dazu, dass immer wieder Kleingärtnern die Pachtverträge gekündigt werden. Statt Grün sollen auf den Flächen Wohnhäuser entstehen. Seit der Jahrtausendwende sind bereits Tausende Parzellen in Pankow plattgemacht worden. Aber auch die Parzellen auf landeseigenen Flächen sind nicht mehr so sicher, wie bisher geglaubt. Immer wieder tauchen sie als Wohnungsbaupotenzialfläche in Senatsunterlagen auf.

Dabei ist der Nutzen der Kleingartenanlagen bei Fachleuten unumstritten. Sie leisten unter anderem einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima sowie die Artenvielfalt in der Stadt. Und viele der Anlagen in Pankow sind Bestandteil der Frischluftschneise Richtung Innenstadt.

Nicht zuletzt deshalb möchte die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Kleingartenanlagen langfristig sichern. Einen entsprechenden umfangreichen Antrag stellte sie auf der jüngsten Sitzung der BVV. Unter anderem fordert sie, dass alle noch vorhandenen Anlagen des Bezirks in den Kleingartenentwicklungsplan Berlins aufgenommen werden. Als Planungsziel soll ihr dauerhafter Erhalt festgeschrieben werden.

Weiterhin soll sich das Bezirksamt beim Senat dafür einsetzen, dass alle noch vorhandenen Kleingartenflächen Pankows im Flächennutzungsplan von Berlin als Grünflächen eingestuft werden und damit als solche erhalten bleiben können. Außerdem soll sich das Bezirksamt für eine Schutzfristverlängerung für Kleingärten bis zum Jahre 2030 einsetzen. Schließlich sind im Antrag der SPD knapp 20 Kleingartenanlagen aufgelistet, die mittels Bebauungsplan geschützt werden müssten.

SPD-Fraktionschef Roland Schröder: „Es ist oftmals ein Rennen gegen die Zeit, denn bereits jetzt haben Eigentümer, Projektentwickler und andere Institutionen die Hand geöffnet, um nach den Kleingartenanlagen zu greifen und auf ihnen Wohnhäuser oder Gewerbeflächen zu errichten.“ Deshalb wolle die SPD die Anlagen dauerhaft sichern. Der Antrag wurde einstimmig in den dafür zuständigen Fachausschuss Stadtentwicklung und Grünlagen zur Beratung überwiesen.

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