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Parkplatzmangel in den Kiezen: Das Problem reicht längst über Prenzlauer Berg hinaus

Wenn man durch die Vinetastraße geht, sieht man sie immer wieder die Autos von Pendlern, die am Straßenrand parken. 
Wenn man durch die Vinetastraße geht, sieht man sie immer wieder die Autos von Pendlern, die am Straßenrand parken.  (Foto: Bernd Wähner)

Sollte es Parkraumbewirtschaftung in weiteren Pankower Kiezen geben? Dafür plädieren Anwohner aus Kiezen in Pankow Süd. Die BVV beauftragte kürzlich das Bezirksamt, eine Machbarkeitsstudie zur möglichen Parkraumbewirtschaftung im Florakiez in Auftrag zu geben.

Das Wohngebiet rund um die Florastraße gehört zu den dynamischsten Gebieten im Bezirk Pankow. In den zurückliegenden Jahren entstanden hier Hunderte neuer Wohnungen. Damit einher ging ein immenses Bevölkerungswachstum. Auch die Anzahl der Einzelhandelsgeschäfte, Dienstleistungsunternehmen, Arztpraxen und gastronomischer Betriebe nahm rasant zu.

Maßnahme mit Nebenwirkung

Weil in den zurückliegenden Jahren aber kaum neue Parkmöglichkeiten entstanden, herrscht im Florakiez inzwischen Parkplatzmangel. Die Folge ist, dass Anwohner es schwer haben, nach Feierabend im Gebiet einen Fahrzeugstellplatz zu finden. Ähnliche Entwicklungen waren vor zehn Jahren im Nachbarortsteil Prenzlauer Berg zu beobachten. Seinerzeit entschieden die Bezirkspolitiker, dort eine Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Inzwischen gibt es in diesem Ortsteil bereits fünf Parkzonen.

Doch diese Maßnahme im Nachbarortsteil führte zu einem Verdrängungseffekt in Richtung Norden. Nicht nur im Florakiez nahm der sogenannte Parkdruck zu. Auch im Tiroler Viertel und rund um die Vinetastraße haben es Anwohner inzwischen schwer, Parkplätze zu finden. Beide Kieze grenzen unmittelbar an den Ortsteil Prenzlauer Berg.

Kiezbewohner Torsten Scharmann, der im Wohngebiet an der Vinetastraße zu Hause ist, beobachtet die Entwicklung der Parkplatzsituation seit Jahren kritisch. „Meiner Meinung nach sollte auch bei uns die Einführung der Parkraumbewirtschaftung geprüft werden“, sagt er.

Zu viele Pendler

Dass es im Bereich um die Vinetastraße und auch im Tiroler Viertel einen Mangel an Parkplätzen gibt, hat seiner Einschätzung nach mehrere Ursachen. Zum einen spiele die Einführung der Parkraumbewirtschaftung in Prenzlauer Berg eine Rolle. Pendler, die sonst bis zum Kollwitz- oder Helmholtzplatz führen, stellten, um Parkplatzgebühren zu sparen, jetzt ihre Fahrzeuge in Pankow, möglichst in U-Bahnhofnähe, ab.

Außerdem nähme die Zahl der Autobesitzer offenbar rasant zu. Jeder dritte Kiezbewohner hätte inzwischen ein Auto. Wenn neue Wohnhäuser gebaut werden, entstehen aber nur selten adäquate Parkflächen dazu. Denn diese müssen die Bauherren nach entsprechenden Gesetzesänderungen nicht mehr verpflichtend bauen.

Hinzu komme, so Scharmann, ein Stück weit die Bequemlichkeit von Autofahrern, die von außerhalb nach Berlin kommen. Vorhandene P+R-Parkplätze, wie zum Beispiel am S-Bahnhof Heinersdorf würden nur wenig genutzt. Dort könnten Pendler in die S-Bahn umsteigen, was leider nur wenige täten.

Flughafen und große Autos

Scharmann sieht auch die Nähe zum Flughafen Tegel als Grund, dass in den Pankower Kiezen viele Fahrzeuge mit Nicht-Berliner Nummernschilder parken. Da kämen dann zum Beispiel Fluggäste aus Erfurt, stellten ihr Auto im Kiez an der Vinetastraße ab, ließen die Schlüssel bei Verwandten und führen weiter zum Abflug nach Tegel. Das so geparkte Auto blockiere dann mehrere Wochen einen Parkplatz im Kiez.

Und auch die Größe der Fahrzeuge sei problematisch. Heute gäbe es gerade in den Pankower Kiezen viele Menschen, die ein großes Auto fahren. Deren Maße sorgten dafür, dass mehr Parkfläche blockiert würde, als „normale“ Pkw bräuchten, so Scharmann.

Zu seinen Beobachtungen hat er sich bereits mit anderen Kiezbewohnern und Politikern ausgetauscht. „Man hat mit geraten, eine Bürgerinitiative zu gründen“, berichtet er. Doch eigentlich müssten sich die Bezirkspolitiker und Mitarbeiter des Bezirksamtes der Sache auch ohne „Druck aus dem Kiez“ annehmen, findet er. Der zunehmende Parkdruck sei schließlich für jeden erkennbar.

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