Kulturhaus an der Wendeschleife?
Der legendäre Knaack-Klub könnte wiederbelebt werden

Ende 2010 musste der Knaack-Klub in der Greifswalder Straße 224 dichtmachen. Inzwischen besteht Hoffnung, dass er an einem neuen Standort wiedereröffnet.

Dieses Fazit lässt sich nach der Antwort des Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten Stefan Lenz (CDU) ziehen. Den Knaack-Klub gab es seit 1952. Seinerzeit wurde auf dem Hinterhof der Greifswalder Straße 224 das Jugendfreizeitheim „Ernst Knaack“ eingerichtet. Seit 1973 fanden in ihm Diskotheken und Konzerte statt. Nach der Wende wurde aus dem Freizeitheim ein professioneller Klub, der äußerst beliebt war. Unmittelbar an den Klub wurde allerdings ein Wohnhaus mit Zugang von der Heinrich-Roller-Straße angebaut.

2008 beschwerten sich die Bewohner des Neubaus über den nächtlichen Lärm. Am Neubau wurde es versäumt, für Lärmschutz zu sorgen. Der Bau des Hauses war seinerzeit ohne entsprechende Auflagen vom Bezirksamt genehmigt worden. Es folgte ein juristisches Tauziehen. Noch Anfang 2010 sah es so aus, als ob der Klub überleben könnte. Aber Mitte des Jahres ordnete das Oberverwaltungsgericht Lärmschutzauflagen an, die letztlich zur Schließung des Klubs führten.

Im Frühjahr 2011 gab es dann erstmals die Idee, den Klub in einem Neubau im Bereich der Straßenbahnwendeschleife an der Eberswalder Straße wiederzueröffnen. Wie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mitteilt, gab es aber in den zurückliegenden Jahren Abstimmungsschwierigkeiten, die die Initiatoren mit der BVG, den Berliner Wasserbetrieben und der Telekom hatten.

Unter anderem ging es um das Thema Erbbaurecht für die vorgesehene Fläche und um die Technik der Berliner Verkehrsbetriebe, in deren Wendeschleife der Klub entstehen sollte. Auf Nachfrage der Senatsbaudirektorin teilte das Bezirksamt Pankow mit, dass im Frühjahr 2018 durch die Knaack-Kulturhaus GbR ein Antrag auf Bauvorbescheid gestellt wurde. Und Anfang dieses Jahres wurde durch das Bezirksamt ein positiver Bauvorbescheid für ein Kulturhaus mit Konzertsaal, Diskothek und Art-Kino erteilt.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: „Demnach ist das Vorhaben des Kulturhauses aufgrund der eingereichten Unterlagen nach Art und Maß der Nutzung zulässig.“ Unklar ist bislang allerdings, ob und von wem das Kulturhaus-Projekt weiter verfolgt wird. Stefan Lenz findet es indes positiv, dass das Vorhaben grundsätzlich umgesetzt werden könnte.

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