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Angriff auf Polizisten: Gewerkschaft spricht von gefährlichem „Trendsport“

In bislang unbekanntem Ausmaß sind an Silvester in Berlin Polizeibeamte, Sanitäter und Feuerwehrleute gezielt angegriffen worden. Rund um das Pallasseum wurden Polizisten aus größeren Gruppen heraus mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen.

Eine 16-Jährige wurde gegen Mitternacht festgenommen, nachdem sie Beamte mehrfach beworfen hatte. Die Jugendliche hatte 44 illegale Böller bei sich.

Gegen 0.45 Uhr wurde ein illegaler Böller auf ein Zivilfahrzeug der Polizei geworfen. Seine Sprengkraft schlug ein Loch in die Heckscheibe des Fahrzeugs. Ein 22-jähriger Tatverdächtiger konnte festgenommen werden. Während der Festnahme explodierte direkt neben einem Beamten ein weiterer Böller. Sechs Polizisten erlitten einen vorübergehenden schmerzhaften Gehörschaden. Der Festgenommene hatte neben Marihuana und Kokain auch noch ein Messer bei sich, wurde aber noch am Tatort entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

„Es hat sich in diesem Gebiet in den letzten Jahren zu einem Trendsport entwickelt, Polizisten speziell zu Silvester zu attackieren. Die Intensität dieser Angriffe nimmt zu“, sagt Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Es gehe den jungen Männern und Jugendlichen allein darum, noch mehr aufzufallen, so Jendro. Der GdP-Sprecher formuliert es scharf und deutlich: „Unser Rechtsstaat hat es bisher versäumt, ihnen klare Grenzen aufzuzeigen. So spielen nicht nur die pubertierenden Angreifer mit den Leben unserer Kolleginnen und Kollegen bei Polizei und Feuerwehr, sondern auch diejenigen, die etwas dagegen tun könnten, aber die Beine stillhalten.“

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