Man weiß nicht, was einen erwartet
Cornelia Muhr (32) half im Katastrophengebiet von Mosambik

Cornelia Muhr ist jederzeit bereit, erneut für Apotheker ohne Grenzen an einem Nothilfeeinsatz teilzunehmen.
  • Cornelia Muhr ist jederzeit bereit, erneut für Apotheker ohne Grenzen an einem Nothilfeeinsatz teilzunehmen.
  • Foto: KEN
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Nach einer Reise von 28 Stunden hat Cornelia Muhr ihr Ziel erreicht. Die junge Pharmazeutin aus Schöneberg ist Mitglied eines dreiköpfigen Teams, das zwei Wochen lang für Apotheker ohne Grenzen (AoG) im Katastrophengebiet in Mosambik im Einsatz ist.

Kaum wird Mitte März gemeldet, dass der Zyklon „Idai“ die Hafenstadt Beira im Zentrum des südostafrikanischen Landes zerstört hat, fragt die Pharmazeutin bei Apotheker ohne Grenzen an, wie sie helfen kann. „Kannst Du Dir einen Einsatz vor Ort vorstellen“, lautete die Rückfrage. Muhr, die seit 2007 Mitglied bei Apotheker ohne Grenzen ist, weil sie in ihrem Fachgebiet ehrenamtlich tätig sein will, kann.

Die gemeinnützige Organisation gehört zum weltweiten Netzwerk von „Pharmaciens sans frontières“. AoG leistet mit geschulten Einsatzkräften pharmazeutische Nothilfe nach Katastrophen und unterstützt in langfristigen Projekten örtliche sowie internationale Partner bei der Beschaffung von lebenswichtigen Medikamenten und Wissenstransfer.

Ein großer Vorteil der 32-jährigen Schönebergerin ist, dass sie Mosambik vor fünf Jahren schon einmal besucht hat und fließend Portugiesisch spricht. Die Sprache hat sie vor einigen Jahren während eines Aufenthaltes in Brasilien erlernt.

Inzwischen hat die Pharmazeutin an der obligatorischen Schulung von Apotheker ohne Grenzen teilgenommen und wartet auf das Signal zur Abreise. Erst vier Tage vorher und auch nur mit 80-prozentiger Sicherheit habe sie erfahren, dass es am 2. April losgeht, erzählt Muhr. Ihr Team ist das erste von Apotheker ohne Grenzen, das in das Katastrophengebiet in Mosambik reist. In der Woche zuvor haben AoG-Vorstandsmitglied Petra Lange und andere der Hilfsorganisation die Lage sondiert und den Bedarf an Medikamenten ermittelt. Muhr und ihre Kolleginnen aus Bayern und Baden werden in der Mission von Estaquinha bei Buzi am Rand des Überflutungsgebietes stationiert. Ihre Unterkunft ist ein Zelt auf dem Missionsgelände. Die Temperatur beträgt 35 Grad im Schatten und es ist feucht. Überall steht noch das Wasser. In zwei Minuten ist die Schönebergerin am Rande des Katas-trophengebietes mit seinen im Schlamm versunkenen Maisfeldern und Resten der weggespülten Lehmhütten. Deren Bewohner wurden notdürftig in Zeltstädten untergebracht.

„Den Menschen mangelt es nicht nur an einem Dach über dem Kopf, sondern auch an sauberem Trinkwasser und lebenswichtigen Medikamenten“, hat AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach dem Team mit auf den Weg gegeben: „Jetzt kommt es darauf an, noch Schlimmeres zu verhindern. Die Übertragung von Malaria und der Ausbruch von Cholera müssen effektiv bekämpft werden.“

Muhr ist jeden Tag von 7 bis 22 Uhr im Einsatz. Abends muss noch ein Bericht geschrieben und der nächste Tag vorbereitet werden. Vor dem Einschlafen bleibt gerade eine halbe Stunde Zeit, um über das Internet mit den Eltern oder mit dem Freund zu telefonieren.

Mehrere Wochen liegt der Einsatz in Mosambik inzwischen zurück. Der Alltag in Berlin hat Cornelia Muhr zurück. Doch auch wenn die Eindrücke aus dem Katastrophengebiet sie noch beschäftigen, die Pharmazeutin ist jederzeit für den nächsten humanitären Einsatz für AoG bereit.

Mehr Informationen zu Apotheker ohne Grenzen gibt es im Internet auf www.apotheker-ohne-grenzen.de.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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