Kleinste Veränderungen können Großes bewirken
„Faires Fastenbrechen“ im Interkulturellen Haus

Angelika Schöttler (Mitte) und Transfair-Referentin Marlis Altmann (rechts) mit den Mitwirkenden aus der muslimischen Community Asuman Cuhadar (links), Emir Coskun und Said Bircan.
  • Angelika Schöttler (Mitte) und Transfair-Referentin Marlis Altmann (rechts) mit den Mitwirkenden aus der muslimischen Community Asuman Cuhadar (links), Emir Coskun und Said Bircan.
  • Foto: Wirtschaftsförderung Tempelhof-Schöneberg
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Genau um 21.05 Uhr erscholl im Interkulturellen Haus in Schöneberg der Gebetsruf. Mit Datteln wurde das Iftar, das muslimische Fastenbrechen, begangen.

Zu der Feier in der Geßlerstraße 11 hatten Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und die Wirtschaftsförderung Tempelhof-Schöneberg Anfang Juni eingeladen. Datteln sind ein wichtiges Symbol des Ramadan. Die im Interkulturellen Haus genossenen Früchte stammten aus „fairem“ Handel. Die Speisen, die Mitglieder der Mariendorfer Moschee des Dachverbandes Islamische Förderation Berlin reichten, waren ebenfalls aus fair gehandelten Produkten zubereitet worden, weswegen die Veranstalter denn auch von einem „fairen Fastenbrechen“ sprachen. Selbstverständlich war das Essen nicht der einzige Grund für das Zusammenkommen. Die gemeinsame Feier sollte ein Zeichen setzen für den interreligiösen Dialog in Berlin.

„Fairtrade ist unser gemeinsames Ziel“, sagte Bürgermeisterin Schöttler. Dass fairer Handel viel mehr bedeute als nur faire Löhne hatte zuvor Marlis Altmann, Referentin des Vereins Transfair, unterstrichen. Die Entwicklungshilfeorganisation vergibt das bekannte Fairtrade-Siegel. Zum Beispiel an die Gustav-Langenscheidt-Schule, die ebenfalls an der Ramadan-Feier teilnahm.

Es sei Pflicht eines erfolgreichen Wirtschaftsstandorts, auch für das Wohl in anderen Ländern, vor allem in Entwicklungsländern zu sorgen, so Angelika Schöttler. Das westliche Konsumverhalten habe in der globalisierten Welt schwerwiegende Konsequenzen für Menschen, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika. Schöttler: „Die kleinsten Veränderungen unseres Alltags können bereits Großes bewirken. Aus diesem Grund ist der faire Handel so wichtig.“

Während in der christlichen Tradition vor Weihnachten und Ostern gefastet wird, nehmen gläubige Muslime 30 Tage lang zwischen Sonnenauf- und untergang weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich. Der Verzicht erstreckt sich bei streng Fastenden auch auf Rauchen, Sex oder unnützes Gerede. Juden fasten höchstens 24 Stunden, an Jom Kippur, dem Versöhnungstag, und am Trauertag Tischa beAv. Neben Essen und Trinken sind Autofahren, Geschlechtsverkehr, Baden, Schminken und Schmuck verboten.

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