Planer präsentieren den Spandauern ihre Ideen fürs Stresowufer
Autofreie Promenade und ein Wassergarten

Leila Ravandi mit ihren Kollegen Sebastian Pötter und Georg Auersperg (rechts) vom Planungsbüro "A24 Landschaft".
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  • Leila Ravandi mit ihren Kollegen Sebastian Pötter und Georg Auersperg (rechts) vom Planungsbüro "A24 Landschaft".
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Die Machbarkeitsstudie liegt schon länger vor. Nun haben das Altstadtmanagement und das beauftragte Planungsbüro die Vorplanung für den Ufergrünzug am östlichen Havelufer (Stresow) vorgestellt. Aus dem Publikum kamen viele Hinweise – aber auch Kritik.

Drei Uferareale haben die Landschaftsarchitekten von „A24 Landschaft“ beleuchtet. Abschnitt A mit der alten Geschützgießerei, Stresowpark und Charlottenstraße, Abschnitt B zwischen Charlotten- und Bahnbrücke sowie Abschnitt C zwischen Bahnbrücke und Dischingerbrücke inklusive Burgwallschanze. Dort entlang soll zwischen Spreemündung und Dischingerbrücke an der Ruhlebener Straße ein vier Meter breiter öffentlicher Weg für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Umsäumt von unterschiedlich bepflanzten Grünflächen mit Sitzskulpturen komme man so auf eine Gesamtbreite von etwa zehn bis zwölf Metern, zumindest dort, wo genügend Platz sei, sagte Leila Ravandi vom Planungsbüro „A24 Landschaft“ bei der Präsentation der Pläne am 10. Februar im Gemeindesaal der St. Nikolai-Kirche. Hinzu kommen barrierefreie Querwege, Aussichtspunkte, die die Orientierung erleichtern und zwölf Uferstationen. Das könnten laut Planer ein Café direkt vor Geschützgießerei am Stresowufer sein, ein Kanu- und Kajakanleger, ein Sportbootanleger und ein Restaurantschiff in Höhe des Spielplatzes im Stresowpark.

"Promenade Obermeier" mit Eventschiff

An der Geschützgießerei, die einem privaten Eigentümer gehört, stellen sich die Planer einen acht Meter breiten Streifen zwischen Hallen und Spreemündung mit Sitzstufen direkt am Wasser und einer Baumreihe parallel zur Spundwand vor. Die Straße neben den historischen Hallen soll zur autofreien „Promenade Obermeier“ werden mit einem begrünten Platz am Ende. Der jetzige 24-Stunden-Sportbootanleger müsse wegen des Havelausbaus allerdings dort weg, so Ravandi. Er soll ans neue Stadtquartier „Spandauer Ufer“ auf dem alten Postgelände verlegt werden. Eine abgespeckte Variante für die Sportboote soll in Höhe des Bolzplatzes im Stresowpark aber bleiben. Direkt neben dem Anleger würde sich dann besagtes Restaurantschiff postieren. Mit einem potenziellen Betreiber sei das Bezirksamt im Gespräch, sagte Patrick Sellerie in einer Veranstaltungspause. Wer das ist, wollte der Leiter der Wirtschaftsförderung Spandau aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Es ist ein ganz besonderes Schiff“. Ursprünglich wollte man das Eventschiff „Ars Vivendi“ an die Havel holen. „Das ist für einen Transport aber zu alt“, so Sellerie.

Nördlich der Charlottenbrücke ist ein Fahrgastanleger geplant. Wer dort am Uferweg entlang spaziert, findet bis zur Eisenbahnbrücke außerdem Sitzstufen, einen Balkon mit Sitzskulptur direkt am Wasser und Picknicktische. Auf dem Bäthge-Grundstück könnte laut Planer eine bienenfreundlichen Wildwiese wachsen. An der Eisenbahnbrücke ist eine schwimmende Plattform für Kanu- und Kajakanleger vorgesehen. Von dort führt der Uferweg weiter bis zur Dischingerbrücke und Richtung Burgwallschanze. „Dort haben wir genug Platz für einen Wassergarten mit einheimischen Pflanzen“, erläuterte Leila Ravandi. Auf der gesamten Strecke soll der Uferweg über Querwege und weitere Zugänge problemlos erreichbar sein.

Viele Befürchtungen auf Seiten der Bürger

Im Publikum sorgte man sich indes um den möglichen Konflikt zwischen Fußgängern und Radfahrern. „Fußgänger haben auf dem Weg immer Vorrang vor den Radfahrern“, antwortete Ravandi. „Schilder werden darauf hinweisen.“ Andere Anwohner befürchteten Lärm, Einbrecher, Müll und dass viele alte Bäume gefällt werden müssten. Ravandi verwies auf geplanten Hecken und Zäune als Abgrenzung zu den Grundstücken und auf Nachpflanzungen gefällter Bäume. Eine vorgeschlagene Schallschutzmauer an der Dischingerbrücke sei aber wohl nicht möglich. Neben der Kritik nahmen die Planer zahlreiche Hinweise auf: öffentliches WC, Fischlehrpfad, Hecken als Sichtschutz, Fitnessgeräte, eine Plattform für Musik und Tanz, ein barrierefreier Angelplatz und vieles mehr.

Und wie geht es jetzt weiter? Am 24. März ist die nächste Beteiligungsrunde geplant. Bis dahin sollen die Hinweise der Spandauer in die Vorplanung eingeflossen sein. Die soll dann im Frühsommer fertig sein, bevor es mit der konkreten Entwurfsplanung für den ersten Uferabschnitt losgeht. Laut Andreas Wunderlich vom Altstadtmanagement stehen auch noch Einzelgespräche mit Grundstückseigentümern an. Denn der geplante Uferweg führt teilweise über Privatgrundstücke. Abhängig ist die Baumaßnahme vom Havelausbau im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 17, das den Ausbau der Wasserstraßenverbindung zwischen Berlin und Hannover für größere Containerschiffe vorsieht. 2021 soll der Ausbau demnach am Spandauer Horn beginnen, also dort, wo die Spree in die Havel mündet. „Parallel dazu gehen wir das Vorhaben Ufergrünzug an“, sagte Wunderlich. Die Kosten dafür schätzen die Planer auf rund 1,3 Millionen Euro. Finanziert wird das Bezirksprojekt für die Altstadt aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Die Dokumentation zum Nachlesen: www.altstadtmanagement-spandau.de.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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