Trauer um Joachim Schensick
Der Mann, der die Wasserfreunde heimholen wollte

Joachim Schensick.

Sein großes Thema war zuletzt die geplante Wasserballarena. Wenn sie eines Tages hoffentlich gebaut wird und in Betrieb geht, ist das vor allem Joachim Schensick zu verdanken.

Er selbst wird dann nicht mehr mit dabei sein. Joachim Schensick ist nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 83 Jahre alt.

Regelmäßiger Gast im Sportausschuss

Seine sportliche Basis waren die Wasserfreunde Spandau 04. Dort amtierte er unter anderem als langjähriges Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Bootssportabteilung. Bereits als Jugendlicher war er Mitglied bei den Wasserballern geworden. Auch im Bezirkssportbund war Joachim Schensick aktiv. Und nicht nur in dieser Funktion regelmäßiger Gast im Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Gerade in den vergangenen Jahren, als er die Arena-Pläne forcierte.

Spandau brauche diese Halle, war sein unermüdliches Credo. Für seinen Verein natürlich, der dann endlich wieder eine Heimstatt in seiner Heimat hätte und dort zu Bundesliga- und Champions League-Spielen antreten könnte. Aber ebenso aktiv setzte er sich für das Schul- oder Vereinsschwimmen ein. Kinder, die nicht früh lernen können, sich im Wasser zu bewegen, dürfe es nicht geben.

Joachim Schensick skizzierte
das Aussehen der Arena

Und auf dem Gelände des Kombibads an der Gatower Straße, dem vorgesehenen Standort, existierten dafür optimale Voraussetzungen. Die Fläche wäre vorhanden, Versorgungseinrichtungen der bereits bestehenden Anlagen könnten mitgenutzt werden, was die Kosten minimiere. Selbst für erste Skizzen, wie die Arena aussehen könnte, hatte Joachim Schensick bereits gesorgt. Und seine Idee an vielen Stellen unermüdlich vorgetragen.

Mit Erfolg: der Bezirk stellte sich hinter das Vorhaben. Ebenso wie grundsätzlich das Land Berlin und die Berliner Bäder-Betriebe. Ein Bebauungsplan ist in Arbeit. Bei einer Bürgerversammlung im Februar gab es keine grundsätzlichen Einwände, sondern viel Zustimmung. „Wir waren noch nie so nah dran, wie jetzt“, erklärte Joachim Schensick bei der Sitzung des Sportausschusses Anfang des Jahres – dem letzten Zusammentreffen dieses Gremiums vor Corona und seinem letzten Auftritt dort.

Scheitert die Halle letztlich am Geld?

Wie so oft gibt es nach einer Einigung über die große Linie häufig Diskrepanzen im Detail. So anscheinend auch hier. Unterschiedliche Ansichten existieren zu der Frage, wer die Kosten für das Bebauungsplanverfahren tragen soll. Der Bezirk? Oder die Bäderbetriebe? Auch wenn letztere auf eine Anfrage von Unstimmigkeiten nichts wissen wollten. Joachim Schensick hat diese Debatten noch mitbekommen. Es gehe gerade nicht wirklich etwas voran, beklagte er bei einem Telefongespräch wenige Wochen vor seinem Tod.

Das Projekt Wasserball- und Schwimmarena hat seinen wichtigsten Paten verloren. Es irgendwann zu Ende zu bringen, bleibt auch nach seinem Tod im Sinn von Joachim Schensick.

Am 6. November gibt es zwischen 10 und 14 Uhr im Gotischen Saal auf der Zitadelle eine Kondolenz für Joachim Schensick. Anstelle von Blumen wird um eine Spende für die Wasserballjugendabteilug gebeten.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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