Bahnhof braucht mehr Stellpätze / Keine Lösung in Sicht
Spandau dreht am Rad

Tägliches Gerangel um die Fahrradstellplätze am Bahnhof Spandau. Der Bedarf ist mindestens doppelt so hoch wie die aktuell vorhandenen 578 Stellplätze.
  • Tägliches Gerangel um die Fahrradstellplätze am Bahnhof Spandau. Der Bedarf ist mindestens doppelt so hoch wie die aktuell vorhandenen 578 Stellplätze.
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Wohin mit dem Rad? Diese Frage stellt sich Fahrradparkern am Bahnhof Spandau täglich aufs Neue. Dass der Bedarf an Stellplätzen hoch ist, bestätigt auch der Senat. Doch passieren wird auf lange Sicht wieder nichts.

Spandau dreht am Rad: Da bescheinigt die Standort- und Potentialanalyse des Senats dem Bahnhof Spandau einen akuten Mehrbedarf an Fahrradständern. Doch eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht. Das bringt auch den Spandauer Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (SPD) auf die Palme, der den Missstand schon seit Jahren rügt. „Radfahrer finden am Bahnhof Spandau schlichtweg keine Abstellmöglichkeit, wenn sie vom Rad in die Regionalbahn oder in die S-Bahn umsteigen wollen.“

Schulz hatte deshalb schon 2016 vorgeschlagen, neue Fahrradständer auf der Freifläche der alten Transrapid-Trasse zwischen Bahnhof und Spandau-Arcaden aufzustellen. Auch die Deutsche Bahn hätte nichts dagegen. Doch was macht die zuständige Senatsverkehrsverwaltung? „Sie prüft die Idee zu Tode“, ärgert sich der Bundespolitiker, der vom Senat stets mit der geplanten Standortanalyse zum Fahrradparken am Bahnhof Spandau vertröstet wurde.

Potenzial doppelt
bis dreimal so groß

Die Ergebnisse liegen nun vor und siehe da, die Standortanalyse bescheinigt dem Bahnhof einen „großen und steigenden“ Bedarf an Stellplätzen. Das geht aus der Antwort der Senatsverkehrsverwaltung an den Bundestagsabgeordneten hervor. Aktuell stehen am Bahnhof Spandau und am U-Bahnhof Rathaus Spandau 578 Fahrradstellplätze zur Verfügung. 230 von ihnen sind überdacht. In einem Radius von hundert Metern rund um alle Bahnhofseingänge wurden aber deutlich mehr abgestellte Fahrräder (ohne Schrotträder) gezählt. Bis 2030 wird der Bedarf auf 1100 Bike- und Ride-Plätze steigen, prognostiziert die Standortanalyse. Und: „Aufgrund der relativ hohen Zahlungsbereitschaft der heutigen Bike- und Ride-Kunden kann ein Potential von insgesamt etwa 1900 Plätzen erwartet werden.“

Die Macher der Standortanalyse schlagen sogar vor, wo die Stellplätze alle hinkönnten. Auf die Grünanlage nördlich der Seegefelder Straße zum Beispiel. Und auf die Flächen südlich der Bahnanlagen zwischen Spandau Arcaden und Bahnhof (alte Transrapid-Strecke). Allerdings wird der Standort in der Grünanlage aus „freiraumplanerischen Gesichtspunkten als ungünstig“ beurteilt. Die Flächen zwischen Spandau Arcaden und Bahnhof wiederum wären für ein neues Fahrradparkhaus geeignet, befinden sich laut Senatsverwaltung jedoch im Eigentum der DB Netz AG und „stehen nur befristet für eine Zeit von bis zu zehn Jahren zur Verfügung“. Das weiß man im Senat aber schon seit mindestens drei Jahren.

Das Fazit der Senatsverkehrsverwaltung: „Aufgrund der genannten Probleme ist es derzeit nicht möglich, Maßnahmen zu benennen, die das Fahrradparken am Bahnhof Spandau verbessern. Wir arbeiten daher weiter an Lösungen.“

Schulz: "Eine Kurzfristige Lösung muss her"

Für Swen Schulz – und natürlich auch für die Spandauer – ist diese abwartende Haltung äußerst unbefriedigend. „Schon lange könnte das Angebot für die Radfahrer verbessert sein. Aber statt zu handeln prüft die Verkehrsverwaltung immer noch. Ich fordere den Senat auf endlich aktiv zu werden und gemeinsam mit Bezirk und Bahn eine kurzfristige Lösung zu finden.“

Mehr Fahrradparkplätze fordern seit längerem auch die Spandauer Grünen. So hatte der Kreisverband wie berichtet Doppelstock-Ständer zwischen dem Bahnhof und den Arcaden sowie am Marktplatz in der Altstadt vorgeschlagen. Und die FDP will am Bahnhof auch Parkplätze für E-Bikes.

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