Rund um die Heerstraße
Wechselspiel von Wohnen, Verkehr, Grün und Gewerbe

Hier beginnt, von der Stadt aus kommend, der Spandauer Teil der Heerstraße.
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  • Hier beginnt, von der Stadt aus kommend, der Spandauer Teil der Heerstraße.
  • Foto: Christian Hahn
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Große Zubringerstraßen kommen oft reichlich öde daher. Seelenlose Gewerbegebiete und eintönige Bebauung am Rande lassen sie als reine Zwecktangenten erscheinen. Nun ist die Heerstraße sicher kein Prachtboulevard, aber mit reichlich Grün und einer sehr vielfältigen Bebauung links und rechts der großen Fahrbahnen gehört sie doch zu den interessanten Vertreterinnen ihrer Gattung.

Und von den mehr als zehn Kilometern Straßenlänge insgesamt liegt ein reichlicher Teil in Spandau.

Das Interessante an dieser Straße ist das ständige Wechselspiel: Mal fährt man durch die Natur und erblickt aus unmittelbarer Nähe das allerschönste Havelpanorama. Die weite Unterhavel via Stößensee ebenso wie die kanalisierte Havel mit einem Fernblick fast bis in die Altstadt. Ab Pichelsdorf stehen auf der südlichen Seite die großen Bauten des Pichelsdorfer Festers, aber man kann auch ein paar kurze Blicke auf das idyllische Alt-Pichelsdorf werfen, ebenso wie auf der nördlichen Seite in die dichte Altbebauung der Wilhelmstadt, die sich von hier in Richtung des Bezirkszentrums zieht.

Der Grimnitzsee und der Südpark flankieren, wiederum mit viel Grün, die zwischen Pichelsdorf und Gatower Straße ebenso wie die Parkflächen, die sanft zur Scharfen Lanke und somit zur Havel hin abfallen. Bootstrailer mit kleinen und großen Segel- und Motoryachten säumen die Nebenfahrbahnen. Zwei Minuten sind es von der Magistrale ins Wochenendvergnügen.

Bis zur Ecke Gatower Straße nimmt dann, mit einigen Unterbrechungen, die Bebauung einen immer größeren und dichteren Charakter an, aber man kann südlich via Gatower und später via Wilhelmstraße auch hier in wenigen Minuten die erholsame Natur der Gatower Felder erreichen. Ob Feld oder Wald, ob Fluss oder Wiese: In Spandau ist man immer nahe dran. Oder man studiert die Geschichte auf den, nördlich der Heerstraße gelegenen, riesigen, ehemaligen Kasernenarealen. Auf dem Gelände des ehemaligen Militär- und Kriegsverbrechergefängnisses waren jahrzehnteland die Briten stationiert, Dort büffeln heute die Schüler der privaten Wilhelmstadtschulen. An oder unmittelbar neben der Heerstraße blühen hier auch nicht nur die üblichen Gewerbe, die man an einer solch zentralen Achse erwartet. Auch Produktionsbetriebe, wie beispielsweise die Firma Lunos, haben hier ihren Sitz.

Viele tausend Menschen wohnen in den Mehrgeschossern, die Ende der 60er-und Anfang der 70er-Jahre in der Heerstraße Nord entstanden sind, aber auch in den unmittelbar angrenzenden Einfamilienhausgebieten. Besonders markant sind die Wohntürme an der Obstallee, wo sich auch das größte Einkaufszentrum im näheren Einzugsgebiet findet. In einem so großen Wohngebiet ist das Zusammenleben nicht immer einfach. Dass es trotzdem gut klappt, ist auch dem Gemeinwesenverein Heerstraße Nord zu verdanken, der sich seit nunmehr 40 Jahre mit vielfältigen Angeboten um das Gebiet kümmert.

Es dauert noch eine ganze Weile, bis man dann die Stadtgrenze erreicht. Staaken West gehört seit dem Mauerfall wieder zu Spandau und dort gibt es neben dem Hahneberg (Drachenparadies im Herbst), dem Amalienhof, dem Fort Hahneberg, der Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte und viel Gewerbe und Musterhäusern allerlei zu entdecken.

Die vielen Autos, die täglich die Heerstraße befahren, lassen sich nicht wegzaubern. Aber jenseits verkehrstechnischer Notwendigkeiten lohnt vielleicht doch einmal ein Spaziergang oder ein zweiter Blick entlang der Heerstraße.



Autor:

Olaf Lezinsky aus Spandau

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