Suchthilfe wird ausgebaut
Bezirk setzt Maßnahmen gegen Drogenkonsum um

Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) hat über die Gesamtstrategie des Bezirks zur Eindämmung des Drogenkonsums informiert. Diese sieht das Aufstellen von Spritzenabwurfbehältern, den Einsatz eines Drogenkonsummobils sowie die Einstellung neuer Fachkräfte vor.

Die Mitte September von der Bezirksverordnetenversammlung nach einem gemeinsamen Antrag von Grünen, Linken und SPD gefassten Beschlüsse zur Suchthilfe befinden sich demnach bereits in der Umsetzung. Das sogenannte Drogenkonsummobil wird, wie bereits angekündigt, nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Senatsgesundheitsverwaltung ab Februar 2019 im Bezirk zum Einsatz kommen. „Gegenwärtig prüft das Bezirksamt, an welchen Orten das Drogenkonsummobil aufgestellt werden könnte“, so Oliver Schworck.

Der Bedarf an einer Kontakt- und Anlaufstelle für drogenabhängige Menschen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg sei der Senatsverwaltung ebenfalls gemeldet worden. Die Berücksichtigung von entsprechenden Mitteln im Haushaltsplan 2020/2021 wurde Schworck zufolge bereits beantragt. „Vorsorglich sind auch Mittel für einen Konsumraum, integriert in die Kontaktstelle, beantragt worden, falls der Einsatz des Drogenkonsummobils und die damit verbundene Dokumentation zeigen, dass dieser zur gesundheitlichen Versorgung drogenabhängiger Menschen erforderlich sein sollte“, erklärt der Stadtrat.

Bezüglich der Spritzenabwurfbehälter ist der Bezirk bereits wesentlich weiter. Noch bis Jahresende werden diese an den öffentlichen Konsumorten Nelly-Sachs-Park, Nollendorfplatz, U-Bahnhof Yorckstraße, Kurt-Hiller-Park, Apostel-Paulus-Kirche, Zwölf-Apostel-Kirche, Bayerischer Platz, S-Bahnhof Tempelhof sowie U-Bahnhof Alt-Tempelhof aufgestellt. Die Kosten für den Betrieb eines Behälters belaufen sich bei wöchentlicher Leerung auf geschätzte 700 Euro im Jahr. Als Sofort-Maßnahme wird der Verein Drogenhilfe zweimal wöchentlich im Umfeld der Standorte Utensilien des Konsums suchen und entsorgen. Dass es im Bezirk derzeit keine Fachkräfte der aufsuchenden Drogenhilfe gibt, sei laut Schworck eine Lücke im Versorgungssystem, die dringend geschlossen werden müsse. Dafür sei eine Summe von 100 000 Euro erforderlich, zunächst auf das Haushaltsjahr 2019 begrenzt.

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