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Antisemitismus-Vorfälle an Paul-Simmel-Grundschule

Wo: Paul-Simmel-Grundschule, Felixstraße 26, 12099 Berlin auf Karte anzeigen

Dass ein jüdisches Mädchen von muslimischen Mitschülern beleidigt und sogar mit dem Tode bedroht worden sein soll, hat eine heftige Debatte ausgelöst, die bis hinauf in die Bundespolitik reicht.

„Wenn ein Kind antisemitisch bedroht wird, ist das beschämend und unerträglich“, sagte beispielsweise Außenminister Heiko Maas (SPD) gegenüber der Bild-Zeitung. Die Paul-Simmel-Grundschule in der Felixstraße in Tempelhof steht seit Bekanntwerden der Vorfälle im Blickpunkt der Öffentlichkeit. So soll in einer WhatsApp-Gruppe unter den Schülern ein Propaganda-Video des IS im Umlauf gewesen sein, das Enthauptungen zeigte. Auch im Bezirk wird nun über Konsequenzen beraten.

„Mit pädagogischen Lehrer-Eltern-Kind-Gesprächen ist es nicht getan. In Neukölln hat die frühere Bürgermeisterin Franziska Giffey bei Konflikten immer wieder das Gespräch auch mit den konservativsten Moschee-Vereinen gesucht, gleichzeitig aber klargemacht, dass die Aktivitäten von Hass-Predigern nicht geduldet werden. Dieses Vorgehen sollte uns als Vorbild dienen“, sagt Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin der Grünen in der BVV. Dies sei umso wichtiger, da sich mit der Ibrahim-Al-Khalil-Moschee eine salafistische Moschee in der Nachbarschaft der Grundschule befinde. Sie wurde im Dezember 2013 in der Colditzstraße eröffnet und steht unter Beobachtung der Terrorfahnder.

„Wir wollen, dass unsere Schulen sichere Orte für alle Kinder sind, gleich welchen Geschlechts, welchen Glaubens, welcher Hautfarbe oder sexuellen Orientierung. Diese Sicherheit werden wir jedoch nur herstellen, wenn wir die Probleme offen ansprechen und alle Instrumente, die zu einer Lösung beitragen können, nutzen“, so Zander-Rade. Bei der kommenden BVV-Sitzung am 20. April werde das Thema Sicherheit und Prävention an Schulen ohnehin auf der Tagesordnung stehen. Durch die aktuellen Vorfälle wird die Diskussion nochmals an Bedeutung gewinnen.

Die BVV hatte bereits Mitte Januar einstimmig eine Willensbekundung verabschiedet, jeder Form von Antisemitismus und Rassismus entschieden entgegenzutreten. „Allein mit Solidaritätsbekundungen nach besonders gravierenden Übergriffen werden wir dem Antisemitismus nicht wirkungsvoll begegnen“, hieß es darin unter anderem.

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