„Eine wehrhafte Zivilgesellschaft sichern“
Fünf Fragen an den Sprecher:innenrat des Landesnetzwerks Bürgerengagement zur Berliner Engagementstrategie

Die Sprecherinnen und Sprecher des Landesnetzwerkes Bürgerengagement Berlin.
  • Die Sprecherinnen und Sprecher des Landesnetzwerkes Bürgerengagement Berlin.
  • Foto: Susanne Eckhardt | Landesfreiwilligenagentur Berlin e. V.
  • hochgeladen von Hendrik Stein

Seit 15 Jahren gibt es das Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin. In ihm tauschen sich Organisationen der Zivilgesellschaft aus und mischen sich gemeinsam in die Politik ein. 2020 arbeitete das Netzwerk intensiv an der Berliner Engagementstrategie mit. Wir stellten den Sprecherinnen und Sprechern des Landesnetzwerkes fünf Fragen dazu.

Das Landesnetzwerk existiert seit 15 Jahren. Was hält es zusammen?

Dagmar Wehle: Das Landesnetzwerk mit seinen 87 Mitgliedsorganisationen ist kompetent, schlagkräftig und engagiert. Es ist damit das größte bundesweit. Vieles wie die Berliner Freiwilligenbörse wurde in diesen 15 Jahren angestoßen und umgesetzt. Unser Ziel ist die Beförderung der Selbstertüchtigung von Menschen, die sich in dieser Stadt mit Ideen einbringen und für andere engagieren wollen. Das schweißt uns zusammen.

Der Sprecher:innenrat hat sich eine ambitionierte Agenda gegeben. Wo stehen Sie heute damit?

Tobias Baur: Auf fünf Schwerpunkten hatte sich der Sprecher:innenrat für die Amtszeit bis Ende 2020 verständigt und diese auch umgesetzt: 1. Ein ehrenamtliches Redaktionsteam hat unsere Außenkommunikation deutlich verbessert. 2. Durch enge Abstimmungen mit dem Senat und der Zivilgesellschaft konnten weitreichende Vernetzungen geschaffen werden. 3. Ein Fachkreis Freiwilligenmanagement wurde eingerichtet, der innovative fachliche Impulse gibt. 4. Demokratische Strukturen gegen demokratiefeindliche Einflüsse wurden unter anderem durch Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Bildung sowie dem Berliner Demokratietag befördert. 5. Wir konnten weitere Migrantenorganisationen zur Mitarbeit gewinnen. Inzwischen hat sich auch ein stark besuchter Fachkreis Diversitätsoffenheit gegründet. Für die Zeit bis Ende 2023 hat der Sprecher:innenrat fünf neue Schwerpunkte formuliert.

Das Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin hat sich auch aktiv an der Erarbeitung einer Berliner Engagementstrategie beteiligt. Was sind die wichtigsten Ziele dieser Strategie?

Daniel Büchel: Die Zielsetzungen finden sich in vier Themenschwerpunkten wieder, in denen insgesamt 100 konkrete Handlungsempfehlungen formuliert sind: „Zugang zum Engagement fördern – Barrieren abbauen“, „Infrastruktur für Engagement und Beteiligung stärken“, „Chancen der digitalen Transformation nutzen“ und „Mehr Wertschätzung für freiwilliges Engagement“. Interessant ist, dass fast die Hälfte der Handlungsempfehlungen den Bereich der Infrastruktur umfassen. Dies spiegelt auch die Überzeugung des Landesnetzwerkes wider: Engagement braucht das Hauptamt und es benötigt auf Dauer eine stabile Handlungsbasis, um nachhaltig und wirksam sein zu können.

Was bringt die Berliner Engagementstrategie dem Landesnetzwerk?

Marc D. Ludwig: Das Strategiepapier des Berliner Senats ist für uns ein wichtiges Vehikel, Infrastruktur zukünftig auf sichere Beine zu stellen. Es freut uns, viele Beispiele aus unserer Arbeit in der Engagementstrategie wiederzufinden und damit die Vielfalt einer engagierten Zivilgesellschaft sichtbar zu machen. Insgesamt heißt das: Sicherung und Ausbau der Infrastrukturförderung im Doppelhaushalt 2022/2023 sind wesentlich für die stärkenden und multisektoral vernetzenden Funktionen der Zivilgesellschaft.

Wie sehen Sie die Zukunft des Landesnetzwerks Bürgerengagement? Welche Ideen und Wünsche haben Sie?

Carola Schaaf-Derichs: Mit der Umsetzung der Engagementstrategie kommt dem Landesnetzwerk eine sehr zentrale Rolle zu: Es ist die Plattform für den bürgergesellschaftlichen Austausch und neue Impulse! Als Sprecher:innenrat setzen wir auf die Kooperation mit Vertretern aus allen Sektoren: Staat, Wirtschaft und unserem Sektor, der Zivilgesellschaft. Die aktuellen Brennpunkte unserer Gesellschaft wie Corona, Klima, Zusammenhalt und Flucht werden wir nur stemmen können, wenn wir hier mit allen guten Kräften unserer Gesellschaft eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Nur eine wehrhafte Zivilgesellschaft wird zukünftigen Entwicklungen gut gewappnet begegnen können.

Autor:

Helmut Herold aus Neu-Hohenschönhausen

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