"Ha Ho He! DEGES-Plan ade!"
Demonstration: Bürger und Politik fordern bessere Lösung für AD Funkturm

600 Menschen zogen von der Eichkamp-Siedlung zum Fuße des Funkturms. Sie fürchten um ihre Lebensqualität, wenn der Bund seine Pläne für den Umbau des Autobahndreiecks nicht ändert.
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  • 600 Menschen zogen von der Eichkamp-Siedlung zum Fuße des Funkturms. Sie fürchten um ihre Lebensqualität, wenn der Bund seine Pläne für den Umbau des Autobahndreiecks nicht ändert.
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600 Bürger haben am 22. Februar gegen die Verkehrsplanung der DEGES am Autobahndreieck (AD) Funkturm demonstriert. CDU-Bezirksstadtrat Arne Herz, der auf der Kundgebung für das Bezirksamt sprach, wertete den großen Andrang als ein „starkes Signal“.

Die Menschen aus Eichkamp und dem Klausenerplatz-Kiez versammelten sich dort, wo die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) im Auftrag des Bundes den neuen Knotenpunkt vorsieht. Sie zogen dann in Begleitung der Polizei und skandierend über den Messedamm in Richtung Funkturm: „Ha Ho He! DEGES-Plan ade!“ und „Verwerft eure Pläne, sonst zeigen wir die Zähne!“, hallte es auf der Rückseite der Avus-Tribüne entlang. Mit im Pulk der Demonstranten liefen Kommunalpolitiker wie der FDP-Fraktionschef Felix Recke und der stellvertretende Bürgermeister Arne Herz (CDU) mit, der den aktuellen Umbauplan als "Irrsinn" bezeichnet. „Das war ein ganz starkes Signal, ich bin begeistert. Ich hoffe, Bund und Senat vernehmen den Widerstand und das, was die Bürger wollen", sagte er zur gut besuchten Veranstaltung. Anlässlich der Kundgebung wurde Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) vom RBB in die "Abendschau" eingeladen. Auch er stellte sich hinter die Bürger und forderte, dass die gegenwärtige Planung zur Sanierung des Autobahndreiecks Funkturm geändert werden müsse. Von der bündnisgrünen Verkehrssenatorin Regine Günther erwarte der Bezirk, dass das Land gegenüber dem Bund deutlich vernehmbar für die dringend erforderliche Planungsänderung eintrete und der Senat diese auch durchsetze. 

Falk von Moers, Vorsitzender des Siedlervereins und Mitinitiator der Demonstration, war ebenfalls zufrieden. „Ein Ziel war es zu zeigen, dass die Gegenwehr wächst – und das haben wir erreicht. Bei der ersten Demo waren wir nur 300.“ Für ihn der einzige Wermutstropfen: "In der Abendschau und auch in anderen Medien wurde die Demo auf die Eichkamp-Siedlung reduziert. Das ist nicht das, worauf wir allein aufmerksam machen wollen. Der DEGES-Umbau hätte Einfluss auf den gesamten Stadtverkehr von Charlottenburg-West, mit erhöhtem Unfallrisiko an vielen Stellen. Und sollte das Konzept mit den wenigen Zu- und Abfahrten nicht reibungslos funktionieren, würde er sich auch auf die Hunderttausende täglichen Autofahrten auf Avus und Autobahnring negativ auswirken. Eine achtspurige Avus mündet nach rechtem Winkel und Ampel auf die vierspurige Jafféstraße – da ist Dauerstau vorprogrammiert." 

Rund um den Verkehrsknotenpunkt im Schatten des Funkturms sollen nach den Entwürfen der DEGES sieben Auf- oder Abfahrten geschlossen werden. Das zwingt nach Auffassung des Bezirksamtes und der betroffenen Bürger die Autofahrer, Umwege über die Stadtstraßen zu fahren. Zwischen der Abfahrt Knobelsdorffbrücke nördlich des Autobahndreiecks und der von der DEGES geplanten neuen Anschlussstelle südwestlich an der Jafféstraße hätten die Autofahrer keine Möglichkeit mehr, Avus oder A 100 zu befahren oder zu verlassen. Die Bewohner des Klausenerplatz-Kiezes fürchten einen erheblichen Zuwachs des Verkehrs in ihrem Quartier. Richtig gekniffen aber wären wohl die Eichkamp-Siedler. 45.000 Fahrzeuge täglich würden über die neue Anschlussstelle abfahren, und für die Siedler steht fest: Ein Teil der Blechlawine würde auch durch die Waldschulallee rollen, in der sich sechs Schulen, zahlreiche Kindergärten und Sportstätten befinden. Ein weiteres Gegenargument der Demonstranten gegen den Entwurf: Die gesamte Maßnahme schramme an der Verkehrswende vorbei.

Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Grüne) ergänzte auf Nachfrage: "Es ist für den Senat wirklich an der Zeit, sich zu positionieren."

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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