Es fehlen Wohnungen: Bausenator will Bundesmittel umgehend in Neubau investieren

Berlin. Die Hauptstadt wächst, aber es mangelt an erschwinglichem Wohnraum. Sozialverbände und Gewerkschaften drängen deshalb auf mehr sozialen Wohnungsbau.

85 Prozent aller Berliner wohnen zur Miete, doch der Markt für preisgünstige Mietwohnungen hat sich in den letzten fünf Jahren rapide verschlechtert. Das Angebot komme dem Bevölkerungswachstum von mehr als 190.000 Personen seit 2010 nicht hinterher, heißt es im Positionspapier des 6. Berliner Sozialgipfels. Das Bündnis aus Verbänden und Gewerkschaften fordert von Bund und Senat höhere Investitionen in den sozialen Wohnungsbau und die Sicherung preiswerten Wohnens. Zu den Bündnispartnern gehören unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, der Berliner Mieterverein und der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der Wohnungsmarkt könne „die rasant angestiegene Nachfrage durch Zuwanderung, Geburtenüberschuss, Versingelung und Flüchtlingszustrom nicht befriedigen“, sagt Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins.

Nötig sei „eine Offensive für soziales Wohnen, mit den Säulen sozialeres Mietrecht, Neubau sowie Stärkung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften“, so Christian Hoßbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB Bezirk Berlin-Brandenburg.

Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel (SPD), will jetzt Taten folgen lassen. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hat angekündigt, die Bundesmittel für neue Sozialwohnungen zu verdoppeln. „Wir werden die Bundesmittel umgehend in mehr neue Sozialwohnungen investieren und damit auch dauerhafte Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen, die auf absehbare Zeit bei uns bleiben", begrüßte Andreas Geisel die geplanten Investitionen.

Ob diese für die Hauptstadt ausreichen werden, bleibt jedoch abzuwarten. sr

Autor:

Stefanie Roloff aus Friedenau

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