Kartoffeln kamen mit dem Auto aus Faßberg
"Rosinenbomber" blieb am Boden

Probesitzen in der DC-3. Der "Rosinenbomber" hob dann leider doch nicht ab.
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Verkehrte Welt: Weil die „Rosinenbomber“ zum Luftbrückenjubiläum in Berlin nicht landen durften, kamen die Kartoffeln aus Faßberg mit dem Auto. In Spandau wurden sie dann an „Laib und Seele“ gespendet.

Mit drei Tonnen Kartoffeln sollte die Douglas DC-3 am 15. Juni vom  Fliegerhorst Faßberg nach Berlin fliegen. So hatten es Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und sein Faßberger Amtskollege Frank Bröhl (CDU) vereinbart. Doch daraus wurde nichts. Keiner der 20 alten „Rosinenbomber“, die West-Berlin während der Blockade von 1948 bis 1949 versorgten, konnte zum mehrtägigen 70. Luftbrückenjubiläum in Berlin landen. Auch der Oldtimer mit den Kartoffeln nicht. Für das Landen auf dem Tempelhofer Feld fehlten die behördlichen Genehmigungen.

Dabei hatten die zwei Bürgermeister mit der Spandauer BVV-Vorsteherin Gaby Schiller (SPD), den Faßberger Landwirten Frank und Heike Tewes, den zwei Piloten Tim Tarris und Dave Brothers und vielen Luftbrückenfreunden die Kartoffeln bei großer Hitze schon in die DC-3 geladen, als klar wurde, dass in Berlin kein Landeplatz zur Verfügung stehen würde. „So ist das mit heißen Kartoffeln“, scherzte Frank Bröhl hinterher. „Wir haben sie dann wieder ausgeladen und mit dem Auto nach Spandau gebracht.“

Gutes für benachteiligte Menschen in Berlin tun

Macht nichts, es ging ja um die Sache. „Wir wollten an die Leistungen von damals erinnern und benachteiligten Menschen heute Gutes tun in Berlin“, sagte Landwirt Tewes, der die Idee mit den Kartoffeln hatte. Denn die „Rosinenbomber“ brachten damals von Faßberg aus nicht nur Kohle, sondern auch viele Lebensmittel nach Berlin, darunter auch Trockenkartoffeln. Angekommen in Spandau wurden die Heidekartoffeln über die Ausgabestellen von „Laib und Seele“ verteilt, die eine Initiative der Berliner Tafel, der Kirchen und des RBB sind. In Staaken nahm Irmgard Schadach, Leiterin der Ausgabestelle am Pillnitzer Weg, die Spende entgegen. Und in der Neustadt tat das Gert Kaczmarek, der die Ausgabe der Luthergemeinde an der Schönwalder Straße leitet. Beide schickten ein herzliches Dankeschön nach Faßberg.

Einen Tag vor der Aktion unterschrieben die Bürgermeister im Faßberger Rathaus eine Erklärung, um die jahrelange Freundschaft zwischen Spandau und der niedersächsischen Gemeinde Faßberg neuerlich zu besiegeln. Die beinhaltet auch eine enge Partnerschaft zwischen dem Hans-Carossa-Gymnasium und dem Christian-Gymnasium Hermannsburg. Beide Gymnasien hatten wie berichtet zahlreiche Zeitzeugen befragt, am früheren Start- und dem Landeplatz der Kohleflieger gedreht und zum Luftbrückenjubiläum schließlich eine Video-Dokumentation veröffentlicht.

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