Wenn Kinder Bühnenhelden retten: Puppentheater der Polizeidirektion 2 erklärt Verkehrsregeln

Uniformierte mit Sinn für Drama: Astrid Wickert, Luise Günther und Heike Salmani besuchen Grundschulen im Direktionsgebiet.
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Charlottenburg-Wilmersdorf. Lerneffekt beim Lachen: Mit Theaterstücken vermitteln Astrid Wickert und ihre Kolleginnen auf spielerische Weise das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Der Klassiker, den alle Grundschüler früher oder später zu Gesicht bekommen: „Die verzauberte Ampel“.

Spannung, Spiel und Spaß versprach Familien einst der Hersteller von Schokoladeneiern. Und wenn Astrid Wickert Puppen über ihre Hände stülpt, bekommen diese Schlagworte eine weitere Ergänzung: den Lerneffekt. Wickert, ihres Zeichens Polizeihauptkommissarin, möchte Kinder vor Gefahren bewahren, wie sie im Großstadtverkehr täglich lauern. Aber ein Kind versteht nun einmal auf andere Weise, es denkt nicht wie ein Erwachsener. Und darum gestalten Wickert und ihre Kolleginnen von der Polizeidirektion 2 Lektionen in Sachen Verkehrserziehung auf spannende, spielerische, spaßige Weise. Mit ihrem mobilen Puppentheater.

Was für Bertolt Brecht die „Dreigroschenoper“ war, diese Rolle spielt bei der polizeilichen Bühnenkunst „Die verzauberte Ampel“. Welche Situation knuffige Puppen dort vorleben, lässt sich sekundenschnell kapieren: Auf dem Weg zur Geburtstagsfeier wird für sie eine Straßenüberquerung zum Wagnis, da Zauberin Vera eine Ampel in einen Schirm verwandelt. Was tun? Einfach über die Straße rennen? „Neeeiinn!“, protestieren die Kleinen im Publikum lauthals gegen den Leichtsinn der Figuren. Sie wissen schon genau: Vor der Querung hat der Blick nach links zu wandern, nach rechts und wieder nach links. Und überhaupt gilt die Devise: „Vor der Bordsteinkante halt! Sonst knallt's!“

Ein ums andere Mal trainieren Puppen und Zuschauer diesen Merkspruch, rufen voller Heiterkeit aus, was im Ernst sehr schnell vergessen wäre.

Jahrelang war Wickert im Bereich Verkehrssicherheit tätig gewesen, bis sie die theatralische Spezialaufgabe übernahm. 2005 begann das Projekt mit einer einfachen Bühne und selbst geschriebenem Drehbuch. „Später wurden wir so bekannt, dass uns eine Puppenbauerin aus Prenzlauer Berg hochwertige Figuren lieferte. Und bald bekommen wir eine noch größere Bühne“, blickt die Präventionsbeamtin nach vorn. „Besonders schön an den Vorstellungen ist, dass Kinder in der ersten Klasse vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben bewusst unsere Uniform erblicken. Und gleich auf erheiternde Weise.“ Spannung, Spiel und Spaß polieren auch das Image der Polizei. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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