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Ab 75 zum Fahrtest: Senioren sollen Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen müssen

Berlin. Immer wieder kommt es zu Verkehrsunfällen, die von älteren Autofahrern verursacht werden. Versicherungen fordern nun verpflichtende Fahrtests.

Vorfahrt missachtet, von der Fahrbahn abgekommen oder gar ein Herzinfarkt am Steuer: Ab einem bestimmten Alter wird das Autofahren angeblich gefährlicher. Doch die Unfallforschung zeigt, dass ältere Autofahrer weniger Unfälle bauen als Fahranfänger. Allerdings: Wenn es kracht, dann sind die Unfälle von Älteren zu 75 Prozent selbst verursacht. Bei den 18- bis 21-Jährigen sind es nur 70 Prozent.

Die hohe Zahl der Unfallverursacher in einem Alter über 75 Jahren ist ein Grund für Verkehrsexperten, einen verpflichtenden Fahrtest für die Senioren zu fordern. An vorderster Front tut dies der Gesamtverband der deutschen Versicherungen (GDV). Dessen Chef der Unfallforschung, Siegfried Brockmann, schlägt einem Bericht der Morgenpost zufolge vor, dass Autofahrer über 75 Jahre einen Fahrtest im realen Straßenverkehr machen müssen, um eine Einschätzung zu bekommen, wie fahrtüchtig sie noch sind.

Der Test soll verpflichtend sein, damit möglichst viele Senioren mitmachen; das Ergebnis soll jedoch vertraulich behandelt werden und nur der Person selbst einen Hinweis geben, wie sicher sie im Autofahren noch ist. "Niemand soll anschließend gezwungen werden, seinen Führerschein abzugeben“, sagte Brockmann.

Der Landesseniorenbeirat Berlin (LSBB) lehnt die Forderung nach verpflichtenden Fahrtests vehement ab. Nach Ansicht von Regina Saeger, der Vorsitzenden des LSBB, schüren derartige Tests massive Vorurteile. „Ältere fahren weitaus besser Auto, als ihr Ruf ist“, sagt sie und schlägt statt der Tests, „die Angst machen können und somit verfälschte Ergebnisse bringen“, freiwillige Beratungs- und Trainingsangebote vor. jtw

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