Anzeige

Brandschutz unzureichend: 35 Schulen in Friedrichshain-Kreuzberg wurden seit Jahren nicht mehr kontrolliert

Niemand wünscht sich, dass an einer Schule ein Feuer ausbricht. Sollte es doch passieren, ist aber zumindest zu erwarten, dass entsprechende Vorsorge und Schutz bestehen.

Ob das wirklich so ist, dahinter steht hinter mehr als der Hälfte der Schulgebäude im Bezirk ein Fragezeichen. Denn sie sind in manchen Fällen schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr auf Brandschutz kontrolliert worden.

Das ergab sich aus der Antwort von Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/Grüne) auf eine Anfrage der Bezirksverordneten Peggy Hochstätter (SPD). Schmidt listete dabei 35 von insgesamt knapp 60 Standorten auf, bei denen die Begehung der Bauaufsicht mehr als fünf Jahre zurückliegt. Innerhalb dieses Zeitraums müsste aber eigentlich eine regelmäßige Überprüfung stattfinden.

Auffällig ist dabei, dass es sich vorwiegend um ein Kreuzberger Problem zu handeln scheint. Auf der Liste befinden sich nur drei Friedrichshainer Schulen, bei denen die Fünf-Jahres-Frist überschritten wurde. Dort war die Bauaufsicht das letzte Mal im Frühjahr 2012.

In Kreuzberg liegen dagegen 32 Standorten teilweise sehr weit darüber. Fünf sind seit 2008 nicht mehr auf Brandschutz getestet worden. Weitere vier warten darauf seit 2004. Und bei zwei, nämlich der Otto-Wels-Schule an der Alexandrinenstraße sowie der Rosa-Parks-Schule an der Reichenberger Straße, passierte das zum bisher letzten Mal im Dezember beziehungsweise April 2003.

Wenn der Brandschutz nicht überprüft wird, heißt das natürlich nicht automatisch, dass keiner vorhanden ist. Bei so langen Prüfzwischenräumen ist aber davon auszugehen, dass es zum Beispiel zu Materialermüdung kommen kann. Auch die Antwort des Stadtrats bestätigt das. Denn wo kontrolliert wird, würden in der Regel meist kleinere technische Mängel festgestellt.

Ursache für die unzureichende Inaugenscheinnahme war auch bei der Bauaufsicht der Personalmangel. Er werde einen Vorschlag machen, wie dieses Problem und damit auch die Defizite bei der Brandschutzuntersuchung gelöst werden kann, erklärte Florian Schmidt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt