Gelockert, aber noch nicht völlig locker
Lokaltermin nach Ende des völligen Lockdowns

Wieder geöffnet, wenn auch nur mit halber Kapazität.
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Corona- Unternehmens-Ticker

Der Betrieb sei bereits am ersten Tag sehr gut gewesen, sagt Jutta Lissek. "Am Abend waren zeitweise alle Plätze besetzt." Alle, das heißt in diesem Fall knapp die Hälfte.

Jutta Lissek betreibt mit ihrem Mann Maximilian das Lokal Privatbrauerei Schalander auf dem RAW-Gelände. Seit 15. Mai ist auch dort wieder geöffnet. Aber wie überall mit Einschränkungen.

Das Personal trägt Masken, das Abstandsgebot muss eingehalten werden. Statt 80 können sich aktuell nur maximal 40 Menschen gleichzeitig im Biergarten aufhalten. Dazu noch einmal knapp 20 im Lokal, wo sonst eigentlich 40 möglich wären. Das seien natürlich keine optimalen Bedingungen, sagt Jutta Lissek. "Aber immerhin, wir dürfen wieder arbeiten."

Nicht nur sie und ihr Mann haben die vergangenen Wochen als kräftezehrenden Ausnahmezustand erlebt. Der Lockdown Mitte März sei just zu dem Zeitpunkt gekommen, an dem ihr Geschäft normalerweise nach eher mauen Wintermonaten wieder Fahrt aufgenommen hätte. Es folgte eine lange Phase der Unsicherheit, ob, wann und wie es weitergeht. Es gab weitere, nicht erwartete Schwierigkeiten, aber auch Entgegenkommen. Parallel dazu mussten die Kinder beim Homeschooling betreut werden. Und über allem stand die Frage nach dem Fortbestand der beruflichen Existenz.

Versicherung sorgt für Ärger

Für zusätzlichen Ärger sorgte vor allem die Versicherung. Die Lisseks hatten einen Schutz bei erzwungenen Betriebsschließungen abgeschlossen. Der habe auch den Fall einer Pandemie beinhaltet. Die Versicherung will ihn jetzt aber höchstens anteilsmäßig gewähren. Ein Problem, das anscheinend viele Lokalbetreiber betreffe, sagt Jutta Lissek. Deshalb überlege der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga inzwischen eine Sammelklage.

Auf der Positivseite steht dagegen das Verhalten des International Campus, des Eigentümers auf der Ostseite des RAW-Geländes, zu dem das Schalander gehört. Der habe zwei Monate auf die Mietzahlungen verzichtet und zwar nicht nur gestundet, sondern ausgesetzt. Was zumindest für etwas Entlastung gesorgt habe.

Während des Lockdowns, gab es einen Außer-Haus-Verkauf. Flaschenbier konnte geordert werden. Auch jetzt ist das weiter möglich. Das sei zwar ganz gut gelaufen, aber natürlich keine tragende Geschäftssäule gewesen, sondern vor allem als Zeichen gedacht: "Wir sind noch da." Jetzt also auch wieder im Lokal. Wenn auch anders als gewohnt. Dass spätestens um 22 Uhr Feierabend sei, wäre ebenso ungewohnt, wie der Blick darauf, dass sich die Gäste nicht zu nahe kommen, meint Jutta Lissek. Wobei ihr nach den ersten Erfahrungen gerade die große Disziplin aufgefallen ist. Befürchtungen, manche könnten die etwas wiedergewonnene Lokalfreiheit exzessiv nutzen, hätten sich als unbegründet erwiesen. Es scheint so, als wolle kaum jemand die ersten Lockerungen auf's Spiel setzen.

Wie sich das alles in den kommenden Wochen entwickelt, weiß niemand. Und selbst wenn weitere Einschränkungen fallen, sei in der Gastronomie nicht unbedingt mit einem Rekordsommer zu rechnen. Ihnen werden wahrscheinlich die vielen Touristen fehlen, für die das RAW-Areal ein beliebter Hotspot sei, vermutet Jutta Lissek. Es sei abzuwarten, wie weit das jetzt von Einheimischen ausgeglichen werde. Auch von solchen, die in diesem Sommer vielleicht keine weiten Reisen machen. Eine Voraussetzung dafür wäre ein anderer Wunsch, der ausnahmsweise nichts mit Corona zu tun hat. "Das Wetter muss mitspielen."

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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