Seit 1993 graben Archäologen in Köpenick

Grabungsleiter Gunnar Nath vom Landesdenkmalamt im Oktober 2006 am Alten Markt.
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  • Grabungsleiter Gunnar Nath vom Landesdenkmalamt im Oktober 2006 am Alten Markt.
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Köpenick. Auf dem Areal der Altstadt stand bereits vor gut 800 Jahren die Stadt Köpenick und erste Siedlungen gab es bereits in der Jungsteinzeit um 10 000 vor Christus.

Deshalb waren in den letzten gut 20 Jahren immer wieder Archäologen im Auftrag des Landesdenkmalamts auf der Altstadtinsel und der nahen Schlossinsel unterwegs. Allerdings gab es bisher keine komplexe Übersicht über die Ergebnisse der Grabungen und Funde. Mit einer Abgeordnetenhausanfrage von Stefan Förster (FDP), der auch Vorsitzender des Heimatvereins Köpenick und des Bezirksdenkmalrats ist, ist jetzt für Klarheit gesorgt.

Im Antwortschreiben von Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) sind die Grabungsorte penibel aufgelistet. So wurde auf den Grundstücke Alt-Köpenick 38 (im Jahr 1993), Alt-Köpenick 10, Alt-Köpenick 17-19, Grünstraße 18 (jeweils 1995), Jägerstraße 4 (1996), Schlossinsel Köpenick (1997-2004), Alter Markt 3 (2006), Lüderstraße 12 (2007) und Freiheit 8 (2009) von Archäologen gegraben.

Vor allem auf der Schlossinsel konnten sie Erkenntnisse zu den einzelnen Siedlungsphasen gewinnen. Erstmals wurde eine Festungsanlage aus der Jungbronzezeit nachgewiesen, auf dem Schlosshof fanden die Ausgräber eine der ältesten Bestattungen Berlins aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Wegen dieser Funde ist die Schlossinsel seit 2010 als Bodendenkmal eingestuft. Die Ausgrabungen in Alt-Köpenick 17-19, bei denen unmittelbar neben dem Rathaus das älteste Haus Köpenick gefunden wurde, zeigte einiges vom Leben der früheren Einwohner. Neben im Grundwasser konservierten Holzbaken wurden Scherben von Hausrat und sogar Türbeschläge und Schlüssel gefunden.

Auch künftig werden die Archäologen in der Altstadt zu Schaufel, Messband und Pinsel greifen. Bevor die Bauleute zum Beispiel auf dem Grundstück Grünstraße 6-8 anrücken, nehmen sie auch hier das Areal in Augenschein.

„Da die Bedeutung des Untergrunds von Alt-Köpenick nur wenigen Einwohnern und Besuchern bekannt ist, sollte verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden. Das Landesdenkmalamt könnte mit einem Flyer auf die wichtigsten Ausgrabungsstätten hinweisen“, sagt Abgeordnetenhausmitglied Stefan Förster.

Ein Teil der Funde kann im Museum Köpenick, Alter Markt 1, besichtigt werden. Geöffnet ist Dienstag und Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag 10 bis 18 Uhr und Sonntag 14 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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