Historischer Postmeilenstein kehrt zurück

Stefan Förster und Konrad Simon besprechen die Restaurierungsarbeiten.
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Köpenick. Bis zur Eröffnung der Eisenbahnstrecke Berlin-Frankfurt/Oder im Jahr 1842 reisten auch die Köpenicker mit der Postkutsche. Meilensteine gaben damals die Entfernungen an. Jetzt kehrt ein solcher steinerner Zeitzeuge an seinen alten Standort zurück.

Der Stein mit der Aufschrift „II Meilen bis Berlin“ war im vergangenen Jahr von Mitgliedern des Heimatvereins Köpenick gefunden worden. Sie hatten im Umfeld der Langen Brücke gesucht, nachdem sich Mitglieder des deutschlandweit tätigen Vereins "Forschungsgruppe Meilensteine" an den Verein gewandt hatten. „Der Stein stand Jahrzehnte lang auf dem früheren Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamts, der inzwischen durch die Marinekameradschaft genutzt wird. Nachträglich angebrachte Halterungen deuten darauf hin, dass er als schlichte Umlenkrolle für das Slippen von Booten genutzt wurde“, sagt Stefan Förster vom Heimatverein Köpenick.

Bereits 2015 wurde der Meilenstein ausgegraben und auf dem Areal der Marinekameradschaft abgestellt. Nachdem Sondermittel der BVV bewilligt waren, kam er in die Werkstatt eines Restaurators. Konrad Simon hat bereits mehrfach in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Meilensteine derartige steinerne Zeitzeugen restauriert. Das muss natürlich behutsam und nach Denkmalschutzaspekten erfolgen. „Da der Stein wieder öffentlich aufgestellt wird, muss ich die Halterung für die Umlenkrolle entfernen. Löcher werden mit Steinersatzmasse aufgefüllt, die noch sichtbaren Fragmente der historischen Beschriftung mit schwarzer Farbe ausgelegt. Ich musste auch die Spuren von Bootsfarbe entfernen, die bei der zweckfremden Nutzung auf dem Sandstein abgelagert wurden“, erklärt Restaurator Konrad Klemm.

Inzwischen steht auch fest, wo der Stein künftig stehen wird, nämlich am letzten bekannten Standort. Durch Zufall hatte sich auf einem alten Foto von 1950, welches den Köllnischen Platz neben der Langen Brücke zeigt, der Meilenstein gefunden. Von dort war er dann vermutlich auf den nur wenige Schritte entfernten Tonnenhof versetzt worden. Derzeit wird auf dem Köllnischen Platz das Fundament betoniert, damit der 750 Kilogramm schwere Sandsteinbrocken eine feste Unterlage bekommt. Sobald der Beton ausgehärtet ist, wird der historische Meilenstein aufgestellt. Das wird vermutlich noch im Oktober geschehen. „Dann zeigt der rund 180 Jahre alte Meilenstein wieder die Entfernung nach Berlin, in diesem Fall zum früheren Oranienburger Tor an. Die zwei Meilen entsprechen ziemlich genau 15 Kilometern“, erläutert Stefan Förster. RD
Hier gibt es ein kurzes Video vom Besuch beim Restaurator:

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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