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Vandalismus im Rathauspark: Skulptur beschädigt, „Blutmauer“ beschmiert

Die zwei Meter hohe Einzelfigur des Spartakuskämpfer-Ensembles im Rathauspark haben die Täter komplett abgeschlagen. Sie muss nun kostenaufwendig restauriert werden.
Die zwei Meter hohe Einzelfigur des Spartakuskämpfer-Ensembles im Rathauspark haben die Täter komplett abgeschlagen. Sie muss nun kostenaufwendig restauriert werden. (Foto: Berit Müller)

Das Ensemble „Erben der Spartakuskämpfer“ im Rathauspark ist zur Zielscheibe mutwilliger Zerstörung geworden. Besonders betroffen ist eine der Skulpturen, außerdem haben die Täter Schmierereien an der so genannten „Lichtenberger Blutmauer“ hinterlassen.

Seit 1989 steht im Rathauspark an der Möllendorffstraße das Denkmal „Erben der Spartakuskämpfer“ der Bildhauerin Emerita Pansowová. Das Ensemble umfasst zwei einzelne Figuren und ein Relief. Bereits 1978 entstanden ist die gegenüber liegende Gedenkstätte von Hans Füssel, die „Lichtenberger Blutmauer“ zur Erinnerung an die Märzkämpfe im Jahr 1919.

Damals lag zwischen dem Rathaus und der Möllendorffstraße noch der alte Gemeindefriedhof, der erst 1923 geschlossen und zum Park umgewandelt wurde.

Während eines Generalstreiks in der Nacht vom 12. zum 13. März 1919 wurden elf Aufständische von einem provisorischen Standgericht verurteilt, aus einem Arbeiterlokal zur Mauer des Gemeindefriedhofs geführt und dort standrechtlich erschossen.

Die „Blutmauer“ listet die Namen der Opfer auf und erinnert an die Kämpfe, denen amtlichen Unterlagen zufolge mehr als 1200 Menschen zum Opfer fielen. Anlässlich des 90. Jahrestags der Ereignisse im Jahr 2009 wurde das Denkmal zuletzt restauriert. An beiden Denkmälern haben Bezirksamtsmitarbeiter am Morgen des 8. Januar teils massive Schäden festgestellt.

Die gut zwei Meter hohe weibliche Figur des Spartakuskämpfer-Ensembles wurde im unteren Bereich abgeschlagen, die Blutmauer mit Graffiti-Krakeln beschmiert. Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und der für die Grünflächen zuständige Stadtrat Winfried Nünthel (CDU) zeigten sich bestürzt über den Vandalismus und bitten nun um Hinweise möglicher Zeugen.

„Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen“, so Michael Grunst. „Hinweise können im Bezirksamt oder bei jeder Polizeidienststelle eingereicht werden.“ Das Bezirksamt hat unterdessen veranlasst, dass die betroffenen Denkmäler schnell repariert werden. „Die zerstörte Skulptur hat eine Fachfirma umgehend sichergestellt“, erklärt Wilfried Nünthel „Sie wird nun wieder instand gesetzt. Der Kostenaufwand liegt bei etwa 800 Euro.“

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