Helge Heidemeyer übernimmt als Direktor
Der Neue in der Gedenkstätte

In der Gedenkstätte steht politische Bildung im Fokus. Nun gibt es einen neuen Experten in Sachen Stasi-Regime.
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  • Foto: Berit Müller
  • hochgeladen von Josephine Macfoy

Die Gedenkstätte Hohenschönhausen hat wieder einen regulären Direktor. Nachfolger von Hubertus Knabe wird Helge Heidemeyer, Leiter der Abteilung Bildung und Forschung beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Er soll die neue Stelle im Herbst antreten.

Das Votum des Stiftungsrats fiel einstimmig aus: Helge Heidemeyer wird in wenigen Wochen den Interims-Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Jörg Arndt, ablösen. Dieser war eingesetzt worden, nachdem der langjährige Leiter Hubertus Knabe im vergangenen Herbst seinen Hut nehmen musste. Vorausgegangen waren Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen seinen Stellvertreter. Mit der Entscheidung für Heidemeyer zeigte sich der Vorsitzende des Stiftungsrats, Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke), sehr zufrieden.

Das Gremium war unisono einer Empfehlung gefolgt, die eine Findungskommission aus 30 Bewerbern erarbeitet hatte. Mit Helge Heidemeyer gewinne die Stiftung eine sowohl in der Gedenkstättenarbeit als auch in der wissenschaftlichen Aufarbeitung des SED-Regimes erfahrene Persönlichkeit, sagte der Senator. „Ich bin sicher, dass der Gedenkstätte eine inhaltliche Entwicklung und der dringend notwendige Kulturwandel gelingen.“ Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) lobte die Wahl als „überzeugenden Vertrauensbeweis für eine Persönlichkeit, die sich seit vielen Jahren konsequent für die wissenschaftliche Aufarbeitung des DDR-Unrechtsregimes einsetzt.“

Lebensthema Staatssicherheit

Heidemeyer wurde 1963 in Remscheid geboren und studierte ab 1984 Neuere und Mittlere Geschichte, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft. 1992 promovierte er zum Thema DDR-Flucht. Von 2003 bis 2005 war er wissenschaftlicher Leiter der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Seit 2008 leitet er die Abteilung Bildung und Forschung beim BStU.

Die Gedenkstätte in der Genslerstraße 66 ist einer der wichtigen Erinnerungsorte an die Verfolgung und Inhaftierung von Oppositionellen in der DDR. Sie entstand nach der Wende auf dem Gelände der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit. Im Gebäudekomplex befindet sich ein Museum, es gibt Führungen, Zeitzeugengespräche und Vorträge. Pro Jahr besuchen fast eine halbe Millionen Interessierte die Gedenkstätte.

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