Eine Ergänzung zu Bahn und Bus?
Die Zukunft der Kienberg-Seilbahn hängt in der Schwebe

Nach dem Ende der IGA bleiben die Kabinen der Seilbahn am Kienberg zumeist leer. Noch bis 2020 ist der Betrieb allerdings vertraglich garantiert. Eine breite politische Mehrheit in Berlin möchte die Seilbahn auch langfristig erhalten und in den ÖPNV integrieren.
  • Nach dem Ende der IGA bleiben die Kabinen der Seilbahn am Kienberg zumeist leer. Noch bis 2020 ist der Betrieb allerdings vertraglich garantiert. Eine breite politische Mehrheit in Berlin möchte die Seilbahn auch langfristig erhalten und in den ÖPNV integrieren.
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  • hochgeladen von Harald Ritter

CDU, Grüne, SPD und die Linke in Berlin unterstützen die Übernahme der IGA-Seilbahn in das Verkehrssystem der BVG. Die Senatsverkehrsverwaltung hielt und hält nichts von dem Vorschlag.

Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus stellte im Oktober den Antrag, die Seilbahn in das Betriebsvermögen der BVG zu übernehmen. Die SPD-Fraktion will einen eigenen Antrag einbringen, muss diesen jedoch zuvor noch mit den Koalitionspartnern besprechen. Der Marzahner AfD-Abgeordnete Gunnar Lindemann, fachpolitischer Sprecher für den ÖPNV seiner Fraktion, hält den Vorschlag für unsinnig. Die Seilbahn würde als Teil des ÖPNV im Bezirk überhaupt nicht benötigt, da es ausreichend und effizientere Buslinien in dem Einzugsbereich gäbe. Die Grünen dagegen befürworten prinzipiell die Integration der Seilbahn in den ÖPNV. Sie stellen dafür aber Bedingungen und schlagen Alternativen vor. „Wenn sich herausstellt, dass die Seilbahn auch künftig vorwiegend von Touristen genutzt wird, könnte die Grün Berlin GmbH den Betrieb übernehmen“, sagt der Grünen-Abgeordnete Stefan Ziller.

Lindemann kann sich dabei der Unterstützung des Senates sicher sein. Im aktuellen Entwurf zur Nahverkehrsplanung 2019-2023 heißt es, die Verbindung zwischen dem Blumberger Damm und dem Bereich am U-Bahnhof Kienberg sei bereits durch die Buslinien 191 und 291 sichergestellt.

In Berlin nur eine Insellösung

Das Land Berlin hat die Seilbahn ohnehin nicht als Ersatz für Bahn oder Busse auf dem Schirm. „Seilbahnen stellen angesichts der Topografie Berlins lediglich Insellösungen dar“, erklärte noch während der IGA im August 2017 Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke). Eine Einbindung in den ÖPNV werde es nicht geben, fügte er hinzu.

Und auch jetzt sieht die Senatsverkehrsverwaltung keinen Grund, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Der Vertrag mit dem Betreiber der Seilbahn, der Leitner AG, sei bis 2020 gesichert und danach stehe es dem Unternehmen frei, ihn bis bis 2031 zu verlängern. Ob sich der Betrieb der Seilbahn allerdings rechnet, ist nicht klar. Die Leitner AG will dazu keine Zahlen oder eine Einschätzung abgeben. Die Zahl der Fahrgäste sei nach der IGA erwartungsgemäß stark heruntergegangen. „Eine Saison nach der IGA reicht nicht aus, um eine Beurteilung abzugeben“, sagt Tanja Terruli Pressesprecherin der Leitner Seilbahn Berlin.

„Über die Wirtschaftlichkeit können wir erst sprechen, wenn der Senat die Möglichkeit der Einbindung in den ÖPNV geprüft hat“, sagt die SPD-Abgeordnete Iris Spranger. Der Linke-Abgeordnete Christian Ronneburg schlägt einen mindestens einjährigen Test vor, wie sich die Seilbahn im ÖPNV machen würde.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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