Schlusslicht beim Radwegeausbau
Verbände kritisieren: Nur zwei Kilometer neue Strecken seit 2017 in Marzahn-Hellersdorf

Beim Bau neuer Radwege in den vergangenen Jahren liegt Marzahn-Hellersdorf im Bezirksvergleich auf dem letzten Platz. Das geht aus der Antwort der Senatsverkehrsverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Sven Kohlmeier hervor.

Der SPD-Politiker hatte eine Übersicht über die gebauten Radwege von 2017 bis Mitte 2020 angefordert. In diesem Zeitraum wurden demnach insgesamt 141 neue Radverkehrsanlagen mit einer Gesamtlänge von 99,2 Kilometern gebaut, welche durch den Senat finanziert oder teilfinanziert worden sind. Auf Marzahn-Hellersdorf entfallen dabei auf sieben Strecken verteilt lediglich 2,1 Kilometer, während der Nachbarbezirk Treptow-Köpenick mit 17,5 Kilometern die Tabelle anführt. Auch andere Außenbezirke können deutlich größere Fortschritte vorweisen: Spandau mit 15,5 und Steglitz-Zehlendorf mit 14,2 Kilometern.

Verschiedene Verbände und Initiativen, darunter das Netzwerk Radbezirk Marzahn-Hellersdorf und „Fridays for Future“, üben Kritik an der Situation. Sie fordern bereits seit Längerem Pop-up-Radwege, insbesondere an der Märkischen Allee, der Allee der Kosmonauten und der Landsberger Allee, Höhe Marzahner Knoten. „Die Gefahr auf den Radwegen in unserem Bezirk, die Sie immer wieder selbst ansprechen, kann durch die schnelle Schaffung von Pop-up-Radwegen reduziert werden. Wir fordern Sie hiermit erneut auf, endlich sichere, klimaneutrale Teilhabe am Verkehr für Radfahrende aller Altersgruppen auch in Marzahn-Hellersdorf sicherzustellen“, schrieben sie in einem Offenen Brief an die für Straßen zuständige Stadträtin Nadja Zivkovic (CDU). Auch die Bündnisgrünen schlossen sich den Forderungen an. Die Stadträtin solle „endlich ihre Blockadehaltung aufgeben“, erklärte die Partei.

Nadja Zivkovic betonte auf unsere Nachfrage hin nochmals, dass im Bezirksamt momentan alle Radverkehrsplanerstellen ausgeschrieben seien. „Es ist aber nicht nur die personelle Seite, die mir Sorge macht, sondern auch die finanzielle“, teilte sie mit. So werde die Einrichtung der Pop-up-Radwege vom Senat finanziert und es würden den Bezirken für die Unterhaltung insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Anschließend seien aber die Bezirke in der Pflicht. Die geforderten Pop-up-Radwege beträfen zudem die schwierigsten Verkehrsknotenpunkte. „Gerade da braucht es sichere Radwege“, so Zivkovic.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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