Ein Ausflug ins Schloss Königs Wusterhausen

Ein Tabakskollegium des Soldatenkönigs aus dem Jahr 1732 zeigt das Gemälde von Georg Lisiewski (1674-1750).
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  • Ein Tabakskollegium des Soldatenkönigs aus dem Jahr 1732 zeigt das Gemälde von Georg Lisiewski (1674-1750).
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Wehrburg, Jagdschloss, Königsresidenz, die Geschichte von Schloss Königs Wusterhausen ist lang und sehr lebendig.

"Castrum Wusterhuse" wurde schon 1320 erwähnt - die damalige Wehr- und Raubritterburg ging schließlich 1652 in den Besitz der Hohenzollern über. Kurfürst Friedrich III. (ab 1701 König in Preußen) schenkte das Anwesen bereits 1698 seinem zehnjährigen Sohn Friedrich Wilhelm", dem späteren "Soldatenkönig". Es ist überliefert, dass Friedrich Wilhelm diesen Ort seiner Jugend liebte, - hier im schlichten, fast spartanischen Ambiente galt nicht die höfische Etikette. Die alte Wasserburg wurde, als er 1713 den Thron bestieg, in ein Jagdschloss umgewandelt. Hier rief er seine Leibgarde, die legendären Langen Kerls ins Leben. Die sparsame Haus- und Hofhaltung und schlichte Raumausstattung, die ganz im Gegensatz zur barocken Verschwendungssucht des Vaters stand, war Spiegel der neuen Politik, welche Sparsamkeit, Maßhalten und Härte gegen sich selbst zu preußischen Tugenden erhob. Legendär waren auch die sogenannten Tabakskollegien des Soldatenkönigs im Schloss. Es waren Raucherrunden aus erlesenen Gästen, allesamt Vertraute des Königs, zuweilen auch europäische Häupter wie zum Beispiel der russische Zar Peter der Große. Hier war das Hofzeremoniell teilweise aufgehoben. Niemand sollte aufstehen, wenn der König den Raum betrat. Bei Bierkrug und Tonpfeife wurden die verschiedensten, auch politische Probleme diskutiert. Wer nicht rauchen wollte, wie zum Beispiel Fürst Leopold zu Anhalt-Dessau, der musste simulieren, - galt doch damals der Tabakgebrauch als "gut gegen alle böse Luft". Überliefert sind auch häufige Besuche des polnischen Königs Stanislaus Leszczinsky, der 1735 mit dem Hausherren um die Wette beeindruckende 32 Pfeifen geraucht haben soll. Einen schönen Eindruck dieser Zusammenkünfte vermittelt heute ein im Schloss ausgestelltes Bild des Malers Georg Lisiewski (1674-1750), dessen Gemälde ein Tabakskollegium des Soldatenkönigs aus dem Jahr 1737 zeigt.

Anfahrt: Mit dem Pkw über die A 10 bis zur Abfahrt Königs Wusterhausen, dann über die B 179 weiter bis ins Zentrum. Mit der Bahn: S-Bahnlinie 46 bis Königs Wusterhausen, von dort sind es noch zehn Minuten Fußweg über die Gerichtsstraße bis zum Schloss.

Schloss Königs Wusterhausen, Schlossplatz 1, 15711 Königs Wusterhausen, 03375 21 17 00. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Besichtigungen sind nur mit Führung möglich, der Eintritt kostet fünf, ermäßigt vier Euro.
Michael Vogt / mv
Ein Tabakskollegium des Soldatenkönigs aus dem Jahr 1732 zeigt das Gemälde von Georg Lisiewski (1674-1750).
Das einfache Schloss Königs Wusterhausen zog Friedrich Wilhelm I. der barocken Prunksucht seines Vaters vor.
Autor:

Michael Vogt aus Prenzlauer Berg

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