Anschlag auf Kunstschätze
Unbekannte beschädigen auf der Museumsinsel 70 wertvolle Artefakte

Der Eingang zur James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel.
  • Der Eingang zur James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel.
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  • hochgeladen von Dirk Jericho

Die Kripo ermittelt in einem spektakulären Vandalismusfall. Knapp drei Wochen nach einem Öl-Anschlag auf der Museumsinsel sucht das Fachkommissariat für Kunstdelikte jetzt nach Zeugen.

Bereits am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wurden im Pergamonmuseum, in der Rotunde „Das Panorama“, im Neuen Museum, in der Alten Nationalgalerie und an anderen Standorten 70 Objekte mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt. Unter den beschädigten Kunstwerken sind ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts. Wie die Staatlichen Museen mitteilen, wurden „verschmutzte Objekte wie Stein- und Holzskulpturen restauratorisch untersucht und behandelt“. Das klappe gut, Gemälde seien nicht direkt betroffen.

Der Anschlag wird erst jetzt bekannt, weil die Museen „aus ermittlungstaktischen Gründen bisher zu Stillschweigen verpflichtet waren“, heißt es in der Stellungnahme. „Die Täter haben sehr verdeckt gehandelt und anscheinend Momente ausgenutzt, in denen das Aufsichtspersonal und andere Besucher das Vorgehen nicht beobachten konnten“, so die Staatlichen Museen. Die Verantwortlichen sind entsetzt über diesen Vandalismus. Es gehöre zum Konzept, viele Objekte – vor allem Skulpturen – nicht hinter Glas auszustellen.

Die Kripo sucht derzeit Zeugen, die am 3. Oktober zwischen 10 und 18 Uhr etwas auf der Museumsinsel gesehen oder bemerkt haben. Hinweise nimmt das LKA 444 unter ¿46 64 94 44 09 oder jede andere Dienststelle entgegen. Zumindest die Besucher, die an dem Tag ein Onlineticket für die Museen gebucht hatten, wurden bereits per E-Mail um Zeugenhinweise gebeten. Nach Recherchen der Zeitung „Die Zeit“ und Deutschlandfunk handelt es sich um einen der „umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands“.

Die Museumsinsel mit ihren fünf Museen und der neu gebauten James-Simon-Galerie gehört zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist seit 1999 Weltkulturerbe und Publikumsmagnet für Million Menschen. Zu den weltweit berühmten Museen gehören das Pergamonmuseum, das Alte Museum, das Bode-Museum, die Alte Nationalgalerie, das Neue Museum und die James-Simon-Galerie, die als jüngster Bau 2019 eröffnet wurde.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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