Wie ein paar Zettel Aufregung verursachten
Das Engelbecken braucht Hilfe, doch nicht so!

Engelbecken, Berlin Mitte
  • Engelbecken, Berlin Mitte
  • Foto: Jörg Simon
  • hochgeladen von Jörg Simon

Gestern fanden sich am Engelbecken zahlreiche Aushänge eines anonymen Autors, die dazu aufriefen, heute 17 Uhr ins Café am Engelbecken zu kommen und faktisch zu verhindern, dass Arbeiten zur Reduzierung des Fischbestandes im Engelbecken durchgeführt werden können. Dieser Zettel machte im Internet die Runde. Sorgte für Aufregung. Wieland Giebel veröffentlichte einen ausgezeichneten Beitrag gestern noch auf seiner Webseite, den ich zur Lektüre sehr empfehle und der auch mehr Hintergrund zu dem Vorkommnis enthält, als ich das hier schreiben werde. 

Fakt ist, dass der/die Verfasser/in dieses Aufrufes Behauptungen aufgestellt hat, wonach durch das Bezirksamt Mitte, Fische, Schildkröten etc. im Engelbecken getötet werden sollen. Details erspare ich Ihnen, es ist so absurd. 

Meinerseits wurde das Bezirksamt Mitte und die Fraktionen der Parteien in der BVV Mitte informiert. Das veröffentlichte heute Nachmittag eine Pressemitteilung unter der Überschrift: " Das Engelbecken erhält sein ökologisches Gleichgewicht zurück Pressemitteilung Nr. 225/2020 vom 13.07.2020 ". 

Heute gegen 17 Uhr traf sich dann ein kleines Grüppchen dort, ein paar Tierschützer mit Transparent waren auch schon da. Und Anwohner, interessierte Leute, mit denen sich Gespräche entwickelten, in denen es möglich war, aufzuklären und zu informieren.  

Was mich erschreckt ist, wie ein anonymer Aufruf mit absurden Behauptungen, wonach Fische, Schildkröten, Schwäne würden getötet, eine solche Wirkung entfalten kann. Was trauen "wir" unseren Behörden zu? Warum werden anonyme und bei weiteren Nachdenken unglaubliche Behauptungen für wahr angenommen? Warum finden diese mehr Beachtung, als sachliche Informationen? 

Was wollte der oder die Autoren erreichen? Viele machen sich seit Jahren Sorgen um den Zustand des Engelbeckens und die Tiere darin. Doch der Zweck heiligt nicht die Mittel. Und was diese Person oder diese Personen veröffentlicht haben, ist schlicht üble Nachrede und Verbreitung von Falschinformationen. Der Schaden daraus? Lassen wir uns überraschen. 

Ja, das Engelbecken - wie auch der Michaelkirchplatz und der Luisenstädtische Kanal - brauchen Hilfe. Sie zu bewahren, vor weiterem Vandalismus, Übernutzung und anderen Einflüssen zu schützen, ist eine Aufgabe, die sowohl die damit befassten Ämter als auch engagierte Bürger braucht. Aber miteinander und nicht gegeneinander. Und nicht mit Falschbehauptungen über Maßnahmen seitens der Ämter oder Dritter.

Alle, die sich um das Engelbecken bemühen, müssen m.E. an einen Tisch. Solche Aktionen wie gestern und heute, die Anpflanzung von Schild ohne Genehmigung u.s.w. sorgen nicht für Lösungen, sondern nur für neue Probleme. 

Aber auch das Bezirksamt Mitte sollte seine Informationspolitik überdenken. Mehrfach wurde bereits darum gebeten, die Bevölkerung über Maßnahmen zu informieren. Geschehen ist leider - bis auf die heutige Pressemitteilung - nichts. Wer informiert ist, fällt nicht auf Falschnachrichten herein. Wer mit anderen zusammenarbeitet, verrennt sich nicht und vermeidet Doppelarbeit. 

Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden. Nicht jeder für sich allein, sondern gemeinsam auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner kommen und etwas für die Erhaltung des Gartendenkmals Luisenstädtischer Kanal tun. Darum bitte ich alle Aktiven. 

Auch die Besucher des Engelbeckens können etwas dazu beitragen, diesen kleinen See und das Gartendenkmal insgesamt zu schützen. Dazu gehört nicht zu füttern, kein Müll ins Wasser zu werfen, Abstand zu den Tieren zu halten. Nicht mit dem Fahrrad darin herumfahren, keine Gegenstände wie Fahrräder, Tretroller, Einkaufswagen, Müll ins Wasser oder in die Grünanlage zu werfen. Die Hunde an die Leine zu nehmen. Kot zu entfernen, nicht selbst in die Ecken zu urinieren.

Einfach schonend mit diesem schönen Stück Grün in Berlins Mitte umgehen. Das kostet niemanden etwas, macht eigentlich nur eine kleine Mühe, mal vom Fahrrad abzusteigen oder den Müll in die zahlreichen Mülleimer zu werfen. Die Schwäne fressen alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Auch Gift würden die schlucken. Und vieles, was ihnen gegeben wird, ist Gift. Wiener Würstchen, Pizza, Brötchen und was da so gefüttert wird, schadet Wasser und Tieren. Lassen Sie es bitte bleiben, ohne Grund ist es nicht verboten. 

Dann werden wir alle und die nach uns kommen, Ihre Kinder und deren Familien auch diese Grünanlage noch genießen können.

Autor:

Jörg Simon aus Mitte

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