Demokratische Entscheidungen gefragt
Schülerhaushalt geht auch in Neukölln an den Start

Kinder und Jugendliche haben eine bestimmte Summe zur Verfügung und bestimmen demokratisch, wofür sie ausgeben wird: Das ist die Grundidee des Schülerhaushalts. Vorgestellt wurde er am 9. April im Rathaus.

Drei Neuköllner Einrichtungen machen mit: Die Britzer Fritz-Karsen-Gemeinschaftsschule, die Buckower Heinrich-Mann-Oberschule und das Albrecht-Dürer-Gymnasium Nord-Neukölln. Sie können jeweils über 1500 Euro bestimmen, die von der Senatsverwaltung für Bildung kommen. Die Begleitung des Projekts übernimmt der Verein Servicestelle Jugendbeteiligung. Ziel ist, dass das Bezirksamt in den nächsten Jahren die Finanzierung aus dem eigenen Haushalt übernimmt und noch mehr Schulen mitmachen können.

Wie funktioniert das? Wer eine Idee hat, muss mindestens vier Unterstützer finden. Ein Schüler-Projektteam sammelt alle Vorschläge, stellt sie zur Diskussion und schließlich zur geheimen Abstimmung. Danach werden Angebote eingeholt und Bestellungen aufgegeben. Mitte Mai geht’s los, im Oktober soll alles unter Dach und Fach sein.

Material für den Hausmeister 

Die Heinrich-Mann-Schule war im vergangenen Jahr schon bei einem Testlauf dabei. Sie hatte 3000 Euro zur Verfügung. Pädagogin Anja Korb berichtet, das Projekt sei sehr gut angekommen. Die Jugendlichen kauften von dem Geld Material für den Hausmeister, damit er die Toilettenräume streichen konnte. Außerdem wurde ein „Jungsraum“ mit Sitzecke eingerichtet, einen Mädchenraum existierte bereits.

Im Bezirk Mitte gibt es den Schülerhaushalt schon mehrere Jahre. In einem Filmbeitrag erzählt ein Weddinger Junge, es habe ihn gefreut, dass Fahrräder gekauft wurden. „Es gibt arme Kinder, die haben kein Rad. Es ist schön, wenn sie sich nun in der Schule nicht so langweilen müssen wie zu Hause“, sagt er.

Demokratisches Miteinander

Ob Laptops oder Farbe, Sofa oder Blumenbeet: Die Schüler lernen demokratisches Miteinander und sehen, dass sie Konkretes bewirken. Einige Wünsche können jedoch nicht erfüllt werden, zum Beispiel Bänke oder Spielgeräte, die im Boden verankert werden müssen. Auch bauliche Veränderungen am Schulgebäude sind ausgeschlossen, weil hier etliche Ämter gefragt werden müssten. Schulstadträtin Karin Korte (SPD) ist von dem Projekt überzeugt: „Mein Wille ist, es zu verstetigen.“

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