Eine Stiftung und neue Kleingärten
Investor Heiko Lange will nicht nur Wohnungen bauen, sondern sich auch für den Bezirk engagieren

Heiko Lange ist Geschäftsführer der BII Berlin Immo Invest Gruppe, möchte eine Stiftung gründen, aber auch neue Baukonzepte in Pankow umsetzen.
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Investoren, die in Pankow geboren, in Pankow bauen und auch noch Gutes für Pankow tun wollen, trifft man nicht alle Tage. Einer von ihnen scheint Heiko Lange, Geschäftsführer der BII Berlin Immo Invest Gruppe, zu sein.

Heiko Langes Unternehmen besitzt in Pankow einige Grundstücke im grünen Norden. Dort sollen Wohnungen entstehen. Und einen Teil des Gewinns, den sein Unternehmen mit den Investitionen erzielt, wird Lange in eine neu zu gründende Philipp-Lange-Stiftung stecken. Diese benennt der Vater von Drillingen nach seinem vor zehn Jahren verstorbenen Sohn. „Mit der Stiftung wollen wir dann Kinder in schwierigen Lebenssituationen unterstützen“, sagt Lange. „Jedes Kind hat meiner Meinung nach das Recht, sein Talent zu entdecken und sich weiterzuentwickeln, sei es im Sport oder auch beim Erlernen eines Instruments. Wir wollen Kinder mit unserer Stiftung dabei unterstützen.“

Heiko Lange, der auch Mitglied im Bürgerverein Für Pankow ist, will sich außerdem mit anderen Unternehmern aus dem Bezirk vernetzen. Und gemeinsam könnte man dann auch neue Kinder- und Jugendprojekte in Pankow initiieren. Derzeit sei man mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen im Gespräch, um zunächst die eigene Stiftung gründen zu können, sagt Lange.

Doch nicht nur mit diesem Engagement möchte Lange ein Zeichen setzen, sondern auch mit einem Neubauprojekt, das er auf der Fläche der Kleingartenanlage „Humboldt“ an der Friedrich-Engels-Straße plant. Die Gärten in dieser Anlage entsprächen nicht dem Bundeskleingartengesetz, meint Lange. Das liege daran, dass man es in der DDR mit den Kleingartenbestimmungen nicht so genau nahm. So sind Gärten und Bungalows auch in dieser Anlage größer als heute zulässig.

Als Pankower weiß Heiko Lange, dass Investoren in der Vergangenheit diesen Umstand nutzten, um ihren eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Sie kauften die Grundstücke, kündigten den Kleingärtnern, weil sie nicht gesetzlichen Bestimmungen entsprachen, ließen die Flächen beräumen und bauten dann Einfamilien- oder Reihenhäuser, die sie vermarkteten.

Lange will einen anderen Weg gehen. Die Fläche soll zwar ebenfalls zunächst beräumt, aber dann neu strukturiert werden. Der Investor möchte zur Friedrich-Engels-Straße hin mehrgeschossigen Mietwohnungsbau sowie in zweiter Reihe Reihenhäuser errichten. Aber im hinteren, weit größeren Grundstücksteil sollen dann 21 Kleingartenparzellen gemäß den Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes entstehen. Weiterhin lässt er in der Mitte des Geländes einen Begegnungsort für Mieter, Kleingärtner und Reihenhausbewohner anlegen.

Um sein Vorhaben umsetzen zu können, sucht Lange das Gespräch mit jedem der betroffenen Kleingärtner. Sein Ziel ist es, für jeden eine individuelle Lösung zu finden. Das Problem ist nur, dass Lange zwar Besitzer von rund zwei Dritteln der Fläche ist, aber der Rest gehört dem Land Berlin. Den möchte er gern erwerben, um sein Projekt umsetzen zu können.

Deshalb stellte er sein Projekt bereits im September den Verordneten im BVV-Stadtentwicklungsausschuss vor. Ein Teil der Verordneten kann sich durchaus mit diesem Projekt anfreunden, ein anderer möchte dort lieber eine neue Schule sehen. Seit seiner Projektvorstellung hat vonseiten der Behörden niemand mehr offiziell mit Heiko Lange gesprochen. „Ich hoffe, dass ich mich mit allen Beteiligten mal an einen Tisch setzen und mit ihnen abstimmen kann. Ich bin jedenfalls gesprächsbereit“, sagt er.

Ähnlich schleppend geht es für den Investor mit einer 27 000 Quadratmeter großen Ackerfläche am Koppelgraben voran, die er erwerben möchte. Dort gebe es Platz für etwa 75 Kleingartenparzellen. „Die könnten als Ersatz für Kleingärten zur Verfügung gestellt werden, die gefährdet sind. Ich dachte mir, mit dieser Idee käme ich dem Bezirksamt entgegen“, sagt Lange. Dort könnte sogar ein bundesweites Referenzobjekt entstehen. Aber der Bezirk plant seinerseits, ein Vorkaufsrecht für diese Fläche auszuüben und dort eine Trockenwiese anzulegen. Auch hier hofft Lange auf die Gesprächsbereitschaft der Verwaltung.

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