Ein Bezirk aus acht Gemeinden
Freundeskreis wirft einen Blick auf die Zeit vor 100 Jahren

Das Pankower Rathaus um 1920. Dieses Bild findet sich auch auf dem Cover der neuen Publikation.
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  • Das Pankower Rathaus um 1920. Dieses Bild findet sich auch auf dem Cover der neuen Publikation.
  • Foto: Freundeskreis der Chronik Pankow
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Der Freundeskreis der Chronik Pankow hat eine neue Publikation herausgebracht. In seinem Mitteilungsblatt 2/3-2020 widmet er sich ausführlich dem Thema „Vor 100 Jahren – Pankow wird Großstadtbezirk“.

Am 1. Oktober 1920 trat das Groß-Berlin-Gesetz in Kraft. Aus acht Landgemeinden und fünf Gutsbezirken entstand der 19. Berliner Bezirk, nämlich Pankow. Benannt wurde er nach dem größten der zuvor eigenständigen Orte.

„Hinter der Bildung von Groß-Berlin steckt nicht nur eine verwaltungstechnische Maßnahme“, erklärt Jutta Mach vom Freundeskreis. „Erst das Ende des Kaiserreichs, ein Weltkrieg und die Ausrufung der Republik führten zur Schaffung einer Großgemeinde, die in der Lage war, die Probleme einer modernen Stadt zu lösen. Dazu gehörten Infrastruktur, Verkehr, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Kunst und Verwaltung.“

Zu all diesen Themen finden sich in der neuen Publikation Beiträge, die von Pankower Heimatforschern und Vereinsmitgliedern verfasst wurden. Über den jahrelangen Kampf um die Schaffung von Groß-Berlin wird anhand der Biografie von Adolf Wermuth, dem ersten Bürgermeister der Großstadt berichtet, der auf dem Bucher Friedhof begraben ist. Außerdem wird in einem Beitrag auch an Gustav Stawitz (1865-1941) erinnert, der zum Bezirksvorsteher des neuen Verwaltungsbezirks gewählt wurde. Er war allerdings nur bis zu seiner Pensionierung im März 1921 im Amt, ehe Wilhelm Kubig es übernahm.

Der 19. Bezirk brachte in die Großstadt viel Grün, viele Parks, den Dauerwald Schönholzer Heide und vor allem Grundstücke für den Wohnungsbau ein. Führende Architekten waren schon bald am Bau großer Wohnanlagen in Pankow beteiligt. Übrigens: Beim Lesen wird manchem sicher auffallen, dass viele Probleme der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts offenbar die vergangenen 100 Jahre überlebten. Es gibt sie noch heute.

Das Mitteilungsblatt kostet sechs Euro. Es ist im Brose-Haus, Dietzgenstraße 42, sonntags 14 bis 17 Uhr erhältlich, außerdem im Buchlokal an der Ossietzkystraße 10 und bei Thalia im Rathaus-Center an der Breiten Straße 20.

Das Pankower Rathaus um 1920. Dieses Bild findet sich auch auf dem Cover der neuen Publikation.
Der Freundeskreis der Chronik Pankow hat eine neue 80-seitige Publikation herausgebracht.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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