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Engagiertes Lebenswerk: Pankow ehrt Siegfried Zoels mit der Bezirksmedaille

Siegfried Zoels mit Handpuppen, die vom Verein „Fördern durch Spielmittel“ entwickelt wurden.
Siegfried Zoels mit Handpuppen, die vom Verein „Fördern durch Spielmittel“ entwickelt wurden. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Siegfried Zoels ist mit der Pankower Bezirksmedaille 2017 ausgezeichnet worden. Auf dem Neujahrsempfang von Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und Bezirksamt wurde die Pankower Bezirksmedaille zum vierten Mal verliehen.

Siegfried Zoels ist Geschäftsführer des Vereins „Fördern durch Spielmittel“ und Vorstandsvorsitzender der Robert-Havemann-Gesellschaft. Aber er war auch Stadtrat im früheren Bezirksamt Prenzlauer Berg, Bezirksverordneter und Bürgerdeputierter. Zur Welt kam Siegfried Zoels 1941 in Berlin. Am Alexanderplatz wuchs er auf, studierte Theologie und Kulturwissenschaft. In den 80er-Jahren beschäftigte er sich als Mitglied des Verbandes Bildender Künstler schwerpunktmäßig mit der Rolle der Kunst in der Rehabilitation von Menschen mit Behinderung. Diese Arbeit inspirierte ihn, Anfang der 90er-Jahre mit Gleichgesinnten den Verein „Fördern durch Spielmittel. Spielzeug für behinderte Kinder“ zu gründen.

In die Politik kam er 1990 eher zufällig. „Ich hatte zwar immer schon ein kritisches Verhältnis zur DDR, war aber nicht sonderlich aktiv in der Opposition“, sagt er. Ende der 80er-Jahre entschied sich Siegfried Zoels, beim Neuen Forum aktiv zu werden. „Wir waren damals an der Oderberger Straße eine recht aktive Gruppe“, erinnert er sich. Als die Mauer fiel, wurde vom damaligen Bürgermeister von Prenzlauer Berg und Bürgern ein Runder Tisch für den Bezirk angeregt.

Zoels wurde neben dem moderierenden Pfarrer Hans-Dieter Winkler stellvertretender Moderator. Wenig später dünnte sich das damalige Bezirksamt aus. Drei Stadtbezirksratsposten waren vakant. Der Bürgermeister bot an, dass diese Posten von Vertretern der neuen Gruppierungen besetzt werden könnten. Das Neue Forum schlug Zoels als Stadtbezirksrat für Inneres vor. Am 1. März 1990 übernahm er diese Aufgabe.

Zu den Kommunalwahlen im Frühjahr 1990 trat er im Bündnis Prenzlauer Berg mit an. Dieses konnte nach den Wahlen mit der SPD, was seinerzeit noch üblich war, auf Bezirksebene eine Koalition eingehen. Zoels wurde Stadtrat für Familie, Jugend und Sport. Doch bereits im Oktober 1992 standen in Berlin Neuwahlen an. Zoels schied aus, wurde Geschäftsführer des Vereins „Fördern durch Spielmittel“, bleib aber weiter in der BVV und in bezirklichen Gremien aktiv.

Im Verein organisierte Zoels mit Designern aus aller Welt 17 internationale Workshops, die von der Unesco gefördert wurden. In diesen wurden zahlreiche neue Spielzeugideen für Kinder mit Behinderung entwickelt. So entstand auch Berlins erste Ludothek – ein Ort, an dem man Spielzeug ausleihen kann. Weiterhin initiierte der Verein Zweckbetriebe, in denen Menschen mit und ohne Handicap arbeiten beziehungsweise ausgebildet werden.

Ehrenamtlich ist Siegfried Zoels seit 1994 Vorsitzender der Robert-Havemann-Gesellschaft. Diese baute unter anderem in der Schliemannstraße 23 ein Archiv mit Tausenden Dokumenten und Objekten zur DDR-Opposition auf. BW

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