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90 000 Bienen tot
Unbekannte sabotieren zum wiederholten Male inklusives Naturprojekt

Zum zweiten Mal sind kürzlich die Bienenstöcke am Bürgerpark Opfer mutwilliger Zerstörung geworden.

Die Bienenstöcke stehen auf dem Inklusiven Naturlehrpfad an der Ecke Am Bürgerpark und Wilhelm-Kuhr-Straße, der vor einem Jahr eröffnete. Dabei handelt es sich um ein vorbildhaftes Projekt, das der Imker Max Grüber gemeinsam mit Mitarbeitern der Delphin Werkstätten und weiteren Anliegern auf den Weg brachte. In den Delphin-Werkstätten in der Wilhelm-Kuhr-Straße 66, deren Träger der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ist, arbeiten Menschen mit Handicap. Sie übernahmen das Anlegen der Bienenwiese und den Bau von Schautafeln. Max Grüber positionierte entlang des Lehrpfades Dutzende Kästen mit Bienenvölkern. Unter seiner Anleitung konnte in den nahe gelegenen Delphin-Werkstätten eine Imkerei aufgebaut werden. Dort wird unter anderem Honig geschleudert und in Gläser abgefüllt. Außerdem wird Bienenwachs eingeschmolzen.

Doch entweder hat irgendjemand etwas gegen dieses inklusive Projekt oder es handelt sich einfach nur um sinnlosen Vandalismus. Denn bereits zum zweiten Mal öffneten Unbekannte auf dem eingezäunten Gelände die Deckel der Kästen und brachte das sensible Gefüge in ihnen durcheinander. Die Kästen müssen nämlich geschlossen bleiben, damit innen das richtige Klima herrscht. Werden Deckel ohne das Fachwissen geöffnet, gerät das ganze System durcheinander.

Bereits im April wurde das Projekt sabotiert. Bislang starben rund 90 000 Bienen durch diesen Vandalismus, berichtet Ursula Snay von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des SkF. „Dies ist nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, sondern auch ein Verlust an Leben für viele verschiedene Pflanzen, die abhängig von der Bestäubung sind und sich ohne diese nicht fortpflanzen können.“ Der Vandalismus trifft aber auch die Mitarbeiter und Beschäftigten der Imkerei. Gerade den Beschäftigten mit Behinderung, die sich über ein Jahr lang intensiv mit Bienen und den Produkten auseinandergesetzt haben, wird durch diese Zerstörungswut ein wichtiger Lebensbaustein genommen, so Snay.

Damit zerstörte Bienenstöcke erneuert werden können, hat der SkF eine Spendenaktion gestartet. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann über die Plattform betterplace.org spenden. Weitere Informationen gibt es bei Ursula Snay unter Tel. 477 53 27 31.

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