Baustelle! Betreten verboten!
Seit 20 Jahren wartet die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark auf ihre Vollendung

Martin Jähne (Mitte links) führt Finanzsenator Matthias Kollatz (Mitte rechts) und Tino Schopf (4. von rechts) durch den Rohbau.
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  • Martin Jähne (Mitte links) führt Finanzsenator Matthias Kollatz (Mitte rechts) und Tino Schopf (4. von rechts) durch den Rohbau.
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Die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) in der Paul-Heyse-Straße 2 zählt zu den beliebtesten Bädern in der Stadt. Und sie gilt als hervorragende Wettkampfstätte für Schwimmsportler und Turmspringer. Aber fertiggebaut wurde sie bisher nicht.

Die SSE liegt unmittelbar am S-Bahnhof Landsberger Allee. Im Wettkampfbecken und vom Doppelsprungturm in der Halle gab es bereits etliche nationale und internationale Wettkämpfe. Im Trainingsbecken sieht man viele Freizeitsportler zu den Öffnungszeiten der Berliner Bäderbetriebe (BBB). Dort findet außerdem Schulschwimmen statt. Und es gibt ein Therapiebecken, ein Warmwasserbecken und zwei Planschbecken.

Doch was kaum ein Nutzer der Halle heute weiß: Etwa noch einmal so viel Fläche ist im Gebäudekomplex vorhanden, jedoch als Rohbau. Wenn der Leiter der SSE, Martin Jähne, und BBB-Vorstand Annette Siering durch die noch leer stehenden Räume führen, wird klar, was für ein Potenzial dort schlummert.

Dass die SSE nicht so, wie ursprünglich geplant, zu Ende gebaut wurde, hängt mit deren Geschichte zusammen. Die Planungen dieser Halle und des benachbarten Velodroms begannen 1992. Seinerzeit bewarb sich Berlin um die Olympischen Spiele 2000. Bereits 1993 wurde die Werner-Seelenbinder-Halle, die zuvor auf dem Grundstück stand, abgerissen. Nach Entwürfen des französischen Architekten Dominique Perrault wurde danach rasch mit dem Bauen begonnen.

Als dann die Spiele nach Sydney gingen, geriet das Vorhaben ins Stocken. Berlin entschied, dass die geplanten Olympia-Hallen trotzdem gebaut werden. Allerdings ließ man sich mehr Zeit. So wurde das Velodrom erst im Januar 1997, die SSE im Herbst 1999 eröffnet. Außerdem entschied man aus Kostengründen, nicht alles auszubauen, was geplant war. Unter anderem sollte an der SSE eine Saunalandschaft entstehen. Auch ein Strömungskanal fürs Training, ein Parkhaus und Gastronomie waren geplant. Seit fast 20 Jahren zieren die Türen der Zugänge zu diesen Bereichen Schilder: „Baustelle! Betreten verboten!“.

Doch das soll sich ändern. Dafür setzen sich der Abgeordnete Tino Schopf (SPD) und die BBB ein. Sie luden Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) zum Rundgang ein. Nutzungsideen für den Rohbau gibt es bereits. Schopf schlägt unter anderem vor, das geplante Parkhaus zu Ende zu bauen. „Auf dem bisherigen Parkplatz unmittelbar nebenan wird eine Schule gebaut. Außerdem entsteht ein paar Meter weiter ein großes neues Wohnquartier“, erklärt Schopf. Parkplätze werden also gebraucht.

Auch die BBB machten sich bereits Gedanken. SSE-Betriebsleiter Martin Jähne skizziert sie: „Es könnten ein Fitness- und ein Wellnessbereich entstehen. Außerdem wäre es möglich, einen Hochseilgarten einzubauen. Denkbar wäre auch eine Anlage für Inlineskater.“ Außerdem gibt es geeignete Räume, um eine Kita mit etwa 60 Plätzen einzubauen, und auch ein Restaurant wäre möglich.

BBB-Vorstand Annette Siering sagt, dass man seit Jahren traurig auf die ungenutzten Flächen schaue. Sie macht aber deutlich: „Eigentümer ist das Land Berlin. In dessen Auftrag betreiben wir die Schwimm- und Sprunghalle. Unsere Aufgabe sehen wir darin, das Schwimmen zu ermöglichen. Für den Ausbau der Flächen ist daher das Land zuständig. Das müsste dann auch geeignete Betreiber finden.“

Finanzsenator Matthias Kollatz stimmt zu, dass darüber nachgedacht werden muss, was mit diesen Flächen passiert. Nach 20 Jahren Leerstand brauche es ein Konzept dafür. Auch er spricht sich dafür aus, das Parkhaus fertig zu bauen. Auch eine Kita kann er sich vorstellen. „Es sollte auch geprüft werden, ob Raum für Trendsportarten entstehen könnte, zum Beispiel für Trialsport.“ Denkbar wäre der Einsatz von Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds.

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