Erinnern an Kurt Gudell: Hauseigentümer muss noch zustimmen

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Schöneberg. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg soll mit einer Gedenktafel am Haus Nummer 186 in der Potsdamer Straße an Kurt Gudell erinnern. So lautet der Auftrag der BVV.

Der Wirtschaftsjurist war während der Nazizeit wegen seiner homosexuellen Neigungen zweimal inhaftiert. Gudell emigrierte 1938 zunächst nach Polen und dann über Italien in die Schweiz. Die Nazis entzogen ihm in Abwesenheit die deutsche Staatsangehörigkeit und beschlagnahmten sein Eigentum in Polen.

1944 wurde Kurt Gudell aus der Schweiz ausgewiesen. Gudell konnte nach Österreich fliehen. Grund für die Ausweisung war nicht vorrangig seine Homosexualität. Laut Bericht der Petitionskommission des Schweizer Nationalrats vom 6. März 1950 habe Gudell „Schweizbürger und deutsche Reichsangehörige als politisch verdächtig denunziert“.

Von 1952 bis 1964 wieder Berliner

Später lebte Gudell als Sozialhilfeempfänger wieder in Deutschland, ab 1952 in Berlin. Er kämpfte um Anerkennung als NS-Opfer, um Wiedergutmachung, Rehabilitierung und Entschädigung. Zwei Jahre später wurde er als politisch Verfolgter anerkannt und erhielt Entschädigungszahlungen. Seinen aberkannten Doktortitel erlangte er ebenso wieder. Gudell starb 1964.

Eigentümer des Hauses in der Potsdamer Straße ist die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) hat die BIM um Zustimmung gebeten, die Gedenktafel für Kurt Gudell am Haus anbringen zu dürfen. Eine Antwort steht noch aus. Im Falle, dass die BIM zustimmt, wird der Kulturausschuss der Tempelhof-Schöneberger BVV einen Text für die Gedenktafel entwerfen. Lehnt die BIM eine Tafel ab, wird das Bezirksamt Alternativen einer Würdigung Gudells prüfen. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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