Hinweis auf fehlende Voraussetzungen
Bezirkselternausschuss warnt vor den Folgen eines kostenlosen Schulessens

Ab kommenden Schuljahr erhält jeder Berliner Grundschüler ein kostenloses Schulessen. Das hat die rot-rot-grüne Regierung bereits Ende vergangenen Jahres beschlossen.

Eine gute Sache findet der Bezirkselternausschuss, gibt aber auch zu bedenken, dass die Anzahl der mittagessenden Kinder drastisch ansteigen könnte. Dafür fehlen an vielen Schulen die Voraussetzungen. In einem Beschluss zum Thema kostenfreies Mittagessen fordert der Bezirkselternausschuss (BEA) Steglitz-Zehlendorf von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein Konzept zur Umsetzung des Beschlusses. Prinzipiell begrüße der BEA die Einführung des kostenloses Mittagessens, heißt es in einem Schreiben an Bildungssenatorin Sandra Scheeres und ihren Staatssekretär Mark Rackles (beide SPD). Aber der BEA sieht bei der Umsetzung auch große Probleme und erheblichen Nachbesserungsbedarf. „Viele Schulen verfügen über viel zu kleine oder gar keine Mensen. Außerdem fehlt es an geschultem Aufsichtspersonal, um diesen zusätzliche Aufwand zu bewältigen“, heißt es in dem Brief. Daher sollte gemeinsam mit den Schulträgern, Schulen und Ganztagseinrichtungen ein abgestimmtes und durchdachtes sowie für jede Schule individuell angepasstes Konzept erarbeitet werden.

Auch die Caterer haben neue Probleme. „Die Schulen müssen bereits jetzt zweimal angefahren werden, weil die Ausgabeküchen nicht dafür ausgerichtet sind, die bisherige Menge an Mittagessen auszugeben“, heißt es in dem Schreiben. In den Grundschulen sei die Essens-Situation extrem beengt und angespannt und es müsse in drei bis vier Schichten und sehr kurzen Zeitfenstern gegessen werden. „Sollte die angenommene Prognose von 14 Prozent mehr am Mittagessen teilnehmenden Schülern tatsächlich eintreffen, ist das unter den bestehenden Bedingungen nicht zu bewältigen“, befürchtet der BEA. Der Ausschuss geht davon aus, dass der Zuwachs sogar noch größer wird. Die Lösung könne aber nicht darin bestehen, „Klassenzimmer in Essenräume zu verwandeln, Mittagessen zum Frühstück zu servieren oder unseren Kindern Essenszeiten unter 15 Minuten zuzumuten“, schreibt der BEA an Scheeres und Rackles. Die Schulen dürften nicht mit den Konsequenzen dieser Entscheidung allein gelassen werden. Daher müsse schnellstens gehandelt und notwendige Schritte zur Umsetzung des Konzeptes gemeinsam mit den Senatsverwaltungen Finanzen und Bau veranlasst werden.

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