Regenbogenfahne am Rathaus gehisst
Im Bezirk gibt es jetzt eine Ansprechperson für Diversity

Konstanze Körner, Michael Grunst, Kristin Otto und Kevin Hönicke von links) hissten vor dem Rathaus die Regenbogenfahne.
  • Konstanze Körner, Michael Grunst, Kristin Otto und Kevin Hönicke von links) hissten vor dem Rathaus die Regenbogenfahne.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Auch wenn in diesem Jahr das lesbisch-schwule Stadtfest nicht stattfinden konnte: Vor dem Rathaus an der Möllendorffstraße 6 wurde trotzdem die Regenbogenfahne als Zeichen der Vielfalt in Lichtenberg gehisst.

„Die Regenbogenfahne ist ein Statement. In unserem Bezirk sollen alle Menschen ohne Angst vor Diskriminierung leben können“, sagt Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke). „Den Weg dorthin beschreiten wir gemeinsam und er ist noch lang. Leider gibt es auch bei uns immer noch Menschen, die andere aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität anfeinden.“

Die Regenbogenfahne hisste Grunst gemeinsam mit Kristin Otto, Vorständin des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg und Constanze Körner, Leiterin und Projektkoordinatorin des Vereins LesLeFam Lesben Leben Familie sowie dem stellvertretenden Bürgermeister und Stadtrat Kevin Hönicke (SPD).

Kristin Otto lebt seit vielen Jahren in Alt-Hohenschönhausen. Im April hat sie ihre Frau geheiratet. Das blieb in der Nachbarschaft nicht unbemerkt. Sie freut sich, dass die Nachbarn trotz Corona und mit Abstand herzlich gratulierten. Das spreche für die Akzeptanz in der Nachbarschaft. Dass Lichtenberg auf einem guten Weg ist, zeigt auch, dass es jetzt im Rathaus mit Sabine Pöhl eine Ansprechperson für Diversity gibt. Sie ist unter ¿902 96 35 24 und sabine.poehl@lichtenberg.berlin.de zu erreichen.

Auch wenn die LSBTQ*-Community inzwischen fester Bestandteil der vielfältigen und lebendigen Stadt Berlin ist, gibt es leider immer wieder Gewalt gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Kristin Otto ruft die Lichtenberger auf, nicht wegzuschauen, sondern sich klar dagegen zu positionieren und die Täter anzuzeigen.

Dass es noch erheblichen Aufklärungsbedarf gibt, zeigt sich zum Beispiel daran, dass viele Menschen mit der Abkürzung LSBTQ* nichts anfangen können. Sie steht für die Begriffe Lesben, Schwule, Bisexuelle, sowie trans- und intergeschlechtliche und queere Menschen. Das Sternchen steht für alle, die sich in dieser Aufzählung nicht wiederfinden. Queer wird als Sammelbegriff für alle Personen verwendet, die nicht heterosexuellen Geschlechtsnormen entsprechen.

Besonders schwierig ist das Thema für Jugendliche, die merken, dass sie nicht heterosexuell sind. Deshalb gab es vor einigen Jahren in der Senatsjugendverwaltung die Idee, ein queeres Jugendzentrum in der Stadt einzurichten. Im November 2017 gab es in der Lichtenberger BVV den Beschluss, dass sich das Bezirksamt beim Senat dafür einsetzen soll, dass das Jugendzentrum seinen Standort in Lichtenberg bekommen soll. Dazu wurden unter anderem Gespräche mit dem Verein Lambda geführt.

Letztlich erhielt der nach einer Ausschreibung vom Senat auch den Zuschlag. Weil sich aber keine geeigneten Räume fanden, wurde es 2018 als queere Jugendhaus an der Sonnenburger Straße 69 in Prenzlauer Berg eröffnet. Näheres ist auf www.lambda-bb.de/ zu erfahren.

In Lichtenberg können sich Jugendliche von 14 bis 27 Jahren aus der LSBTQ*-Community einmal im Monat im Café queer Maggie, Frankfurter Allee 205, treffen. Initiiert wurde dieses Angebot vom Lichtenberger Streetworker-Team des Vereins Gangway. Mehr ist unter ¿66 65 71 99 und über lichtenberg@gangway.de zu erfahren. Und es gibt das Regenbogenfamilienzentrum des Vereins LesLeFam, Dolgenseestraße 21, ¿58 68 21 29, www.leslefam.de.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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