Registerstelle verzeichnet 80 Vorfälle
Hauptmotiv Rassismus

Rassistische Hetze, Morddrohungen, Hakenkreuze und eine Reichskriegsflagge am Balkon: 80 solcher Vorfälle hat die Registerstelle Spandau im Vorjahr registriert. Die Tendenz steigt.

Es passiert überall in Spandau: Die Würde von Menschen wird grob verletzt. Öffentlich macht das etwa die Registerstelle. Sie dokumentiert alle ihr bekannten Vorfälle mit rassistischem, rechtsextremem, antisemitischem oder diskriminierendem Hintergrund. Für 2018 weist die Chronik einen Anstieg aus.

80 Vorfälle gab es in Spandau. Das waren sechs mehr als 2017 und 41 mehr als 2015. In 19 Fällen wurden die Opfer rassistisch, antimuslimisch oder antisemitisch beleidigt oder verbal bedroht. Dazu hielt das Register elf Angriffe fest, also Körperverletzungen und massive Bedrohungen. Anders als in den Vorjahren fielen 2018 die meisten Vorfälle (40) in die Kategorie Propaganda. Hier wurden der Registerstelle mehrheitlich Aufkleber mit rechten Parolen oder Hakenkreuz-Schmiereien gemeldet.

Antizionistische Plakate
auf dem Weihnachtsmarkt

Einige Vorfälle seien hier beispielhaft genannt. Am 11. Februar findet ein jüdischer Mann in seinem Briefkasten eine Morddrohung. Am 27. März wird ein Mädchen in der Wilhelmstadt im Hausflur rassistisch bedroht und geschlagen. Am 4. Juli beleidigt ein älterer Mann eine Mutter in der Wilhelmstraße als „Ausländerschlampe“. Am 29. Juli wird einem Rollstuhlfahrer bei einem Konzert auf der Zitadelle von der Security ohne Begründung der Zugang zur erhöhten Zuschauertribüne für Rollstuhlfahrer verwehrt. Am 30. Juli hängt jemand in der Wilhelmstadt eine Reichskriegsflagge vom Balkon. Am 13. August erhält eine interkulturelle Kita im Falkenhagener Feld einen rassistischen Kommentar auf ihrer Website. Bei einer Veranstaltung zu 100 Jahre Frauenwahlrecht am 30. November werfen Mitglieder der  neonazistischen Kleinpartei „Der III. Weg“ Flyer ins Rathausfoyer. Auf dem Weihnachtsmarkt zeigt ein einschlägig bekannter Mann antizionistische Plakate.

Zusammengetragen werden die Vorfälle für das Register aus Polizeimeldungen, der Opferberatungsstelle „ReachOut“, von Zeugen und Opfern. Die Daten sammelt die GIZ Spandau. Weitere Infos unter: https://bwurl.de/14a4.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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