Gärtner sollten mit dem Heckenschnitt warten
Viele Singvögel brüten noch

Nestlinge der Kohlmeise. Sie zählt zu den häufigsten Vogelarten in Europa.
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  • Nestlinge der Kohlmeise. Sie zählt zu den häufigsten Vogelarten in Europa.
  • Foto: Jutta Gehring (Nabu)
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Bis Ende Juli brüten viele Singvögel in Gärten und Parks. Naturschützer empfehlen deshalb, mit dem Heckenschnitt noch zu warten.

Kohlmeise, Amsel, Goldammer: Viele Singvögel brüten auch jetzt im Sommer noch. Deshalb kann es zwischen all dem üppigen Gartengrün einzelne Nachgelege für Zweitbruten geben. Das schonende Schneiden an Hecken ist zwar erlaubt, doch das gefährdet die brütenden Vögel, warnt der Naturschutzbund (Nabu) Berlin.

„Bei Störungen kann es passieren, dass Bruten aufgegeben oder Jungvögel verlassen werden. Beutegreifer kommen außerdem viel leichter an die Nester, wenn schützende Zweige weggeschnitten werden“, erklärt Nabu-Wildtierexpertin Katrin Koch.

Schonzeit von März bis September

Der Hinweis kommt nicht von ungefähr. Den Nabu erreichen in diesen Tage viele Anrufe hilfesuchender Berliner, die beobachten, wie Hecken teils radikal beschnitten werden. Katrin Koch empfiehlt darum allen Hobbygärtnern, die mit dem Rückschnitt nicht mehr warten wollen, „zumindest vor dem Schnitt intensiv nach belegten Nestern in den Sträuchern zu suchen“. Außerdem sollte man auf futtertragende Altvögel achten. Wo bewohnte Vogelnester liegen, dürfen Hecken nicht beschnitten werden, um den Lebensraum der Vögel nicht zu zerstören. „Von März bis Ende September darf nur der Jahreszuwachs von Hecken und Gebüschen entfernt werden. Das Abrasieren ganzer Hecken ist in dieser Zeit verboten“, informiert Koch, die seit sechs Jahren das Wildtiertelefon in der Berliner Nabu-Geschäftsstelle betreut. „Die Artenschutz-Bestimmungen des Bundes gelten nicht nur für die freie Landschaft, sondern auch für Gärten und andere Grünflächen in Städten und Dörfern.“

Mehr Infos zum Lebensraum Hecken und Sträucher sowie Tipps zum naturnahen Gärtnern gibt es unter berlin.nabu.de und 98 60 83 70.

Nestlinge der Kohlmeise. Sie zählt zu den häufigsten Vogelarten in Europa.
Ein Amselweibchen im Nest.

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