Die geplante Gesetzesänderung hat auch Tücken
Menschliche Ersatzteile

Rund 850 Menschen haben sich 2018 als Organspender registrieren lassen. Ihnen stehen etwa 10.000 Kranke gegenüber, die auf ein Herz, eine Niere oder Leber warten.

Dieses Missverhältnis abzubauen, ist Ziel des Vorstoßes von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er will das Organspendegesetz umkehren. Statt einer erklärten Zustimmung wie aktuell soll eine Widerspruchsregelung gelten. Nur wer explizit ablehnt, kommt nicht als Spender infrage. Allen anderen können nach ihrem Tod Organe entnommen werden.

Auf den ersten Blick ein logischer Vorschlag. Leben retten, wenn das eigene Leben zu Ende ist, was ist dagegen einzuwenden? Aber daran hängt eine ethische Debatte. Es gibt Menschen, die, etwa aus religiösen Gründen, eine Abgabe von Organen ablehnen. Richtig ist auch der Hinweis, dass ein fehlender Widerspruch nicht unbedingt mit einer Zustimmung gleichzusetzen ist. Ich finde aber, das Problem liegt noch ganz woanders.

So haben die Organspendenskandale vor einigen Jahren zu einem Vertrauensverlust bei vielen möglichen Spendern geführt. Und kann man sicher sein, dass wirklich alles versucht wird, jemanden am Leben zu erhalten, wenn sie oder er über noch funktionsfähige Organe verfügt?

Es liegt an der Sensibilität von Ärzten, solche Befürchtungen auszuräumen und eine Akzeptanz herzustellen. Wenn die wirklich gegeben wäre, bräuchte es nicht einmal eine Gesetzesänderung.

Soll jeder Mensch ein Organspender sein, solange er nicht widerspricht?

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